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augeDiese Frage haben sich Wissenschaftler in der “Right Time Place Studie” gestellt. Die Ergebnisse der Studie sind interessant: 50 % der Zuhause Gepflegten hat eine Demenzerkrankung. Schon fünf Jahre nach der Diagnosestellung leben 50 % dieser Demenzerkrankten in einem Pflegeheim. Nach acht Jahren sind es 90 %. Gründe für den Heimeinzug sind zumeist: gesteigerte Unruhe und der Verlust der Gedächtnisleistung.

Die Studie hat sich aber nicht nur mit der Frage befasst, wann der beste Zeitpunkt für einen Heimeinzug ist, sondern auch mit der Frage, wo es den Demenzerkrankten besser geht. ermittelt wurde dazu die Lebensqualität von Demenzerkrankten in acht europäischen Ländern: Deutschland, Estland, England, Finnland, Frankreich, Niederlande, Schweden und Spanien.
Im Mittel ist die im Rahmen der Studie erhobene Lebensqualität der Demenzerkrankten in allen Ländern eher mäßig – egal ob Zuhause oder im Heim.

Trotz anderslautender Empfehlungen erhalten die meisten Psychopharmaka

Demenzerkrankte bekommen in allen Ländern häufig Psychopharmaka – ebenfalls unerheblich ob Zuhause oder im Heim – obwohl in internationalen Leitlinien vom Einsatz der Medikamente abgeraten wird. Laut den Leitlinien soll die Gabe von Psychopharmaka bei Demenzerkrankten nur kurzfristig erfolgen.

Empfinden nach dem Umzug ins Pflegeheim

In Deutschland wurden Angehörige befragt, wie sie die Situation ihres demenzerkrankten Angehörigen nach dem Umzug ins Heim einschätzten. 60 % der Befragten (114) schätzten die Situation als verbessert ein. 20 % fanden die Situation dagegen unverändert.

Einzug ins Pflegeheim erfolgt oft ohne Notwendigkeit

Nach den Ergebnissen der Right Time Place Studie könnte ein erheblicher Teil kürzlich ins Pflegeheim eingezogener Demenzerkrankter weiter zuhause betreut werden, wenn ihre Angehörigen auf bessere Entlastungsangebote zugreifen könnten – und würden.

Zusammenfassenden Ergebnisse

  • Demnzerkrankte mit der höchsten Lebensqualität leben in England und Schweden.
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  • Die wenigsten Fixierungen in Pflegeheimen gibt es in Deutschland.
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  • Frankreich und Spanien hatten die höchste Verordnungsrate von Psychopharmaka.
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  • Für alle Länder galt, dass in der häuslichen Pflege Gewichtsverlust und Schmerzen höher waren, als im Pflegeheim.
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  • Im statistischen mittel war die niedrigere Pflegequalität im Heim signifikant mit Dekubitus assoziiert, in der häuslichen Pflege mit Gewichtsverlust, Sturz und Schmerz.

Das wohl wichtigste Ergebnis aus der Studie war, dass die Verordnungspraxis von Psychopharmaka für Demenzerkrankte dringend überprüft und verbessert werden muss.

Hinweis: Die Studie gibt Anhaltspunkte. Aufgrund der kleinen Teilnehmerzahlen sind die Ergebnisse aber nicht als repräsentativ zu betrachten.

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