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Bei vielen Frauen über 50 Jahren spielt sich im Körper beinahe ein Krimi ab: „Knochenraub“ – besser bekannt als Knochenschwund.
Tatort ist das Skelett, bevorzugte Schauplätze sind die Wirbelsäule und die Hüfte. Die Gefahr wird immer noch unterschätzt, obwohl in Europa Frauen über 45 Jahren wegen einer sogenannten Postmenopausalen Osteoporose mehr Tage im Krankhaus verbringen als aufgrund anderer Krankheiten wie Diabetes, Herzinfarkt und Brustkrebs. Insgesamt sind in Deutschland mittlerweile rund 7,8 Millionen Frauen und Männer von Knochenschwund betroffen.

Die Knochenräuber sind längst identifiziert
Osteoporose ist mehr als nur ein schleichender Prozess. In den Knochen findet ein langfristiger Knochenraub statt, der zu schmerzhaften Frakturen führen kann. Die verantwortlichen „Knochenräuber“ sind längst identifiziert: Die sogenannten Osteoklasten bauen die Grundsubstanz des Knochens kontinuierlich ab, während ihre Gegenspieler, die Osteoblasten, für den Knochenaufbau sorgen. Im gesunden Zustand herrscht eine Balance zwischen Aufbau-, Abbau- und Umbau-Aktivitäten im Knochen. Doch bei Osteoporose ist dieses Gleichgewicht gestört.
Das bedeutet: Die Aktivität der Osteoklasten überwiegt. Dadurch wird die Mikroarchitektur der Knochen zerstört. Die Knochen werden zunehmend poröser und instabiler, das Bruchrisiko steigt.

Diagnostik und Behandlung unzureichend
Trotz der Kenntnis über die näheren Zusammenhänge der Erkrankung zeigen Untersuchungen, dass nur zirka 20 Prozent der Patienten in Deutschland eine Osteoporose-spezifische Therapie erhalten. Dabei gilt: Je schneller eine Behandlung begonnen wird, desto besser. Denn im ersten Jahr nach einem Wirbelkörperbruch ist die Gefahr für weitere Brüche besonders hoch. Ein Teufelskreis aus Schmerzen, mangelnder Bewegung und weiterem Verlust an Knochensubstanz beginnt. Am Ende steht häufig eine deutlich Einbuße der Lebensqualität und im schlimmsten Fall Invalidität, Pflegebedürftigkeit oder sogar der Tod.

Fehlversorgung und Behandlungsabbrüche
Derart dramatische Krankheitsverläufe könnten vermieden werden. Allerdings sind die Patientinnen häufig nicht nur unter-, sondern auch falsch versorgt. Viele Experten beklagen, dass die Therapie nach wie vor zu über 90 % aus Schmerzmitteln bestehe. Diese Behandlungsweise lasse die Ursachen jedoch außer Acht. Eine weitere Schwierigkeit ist die mangelnde Therapietreue der Patienten.
In einer aktuellen Studie mit über 4.000 Erkrankten konnte gezeigt werden, dass nach einem Behandlungsjahr fast drei von vier Patientinnen die Therapie abgebrochen haben. Die Konsequenzen wiegen schwer: Bei diesen Patientinnen besteht ein deutlich höheres Risiko für Knochenbrüche.

Neue Therapien verfügbar
In den vergangenen Jahren hat sich viel auf dem Markt der Osteoporose-Medikamente getan. Die Art der Einnahme hat sich vereinfacht und die Häufigkeit, mit der Medikamente genommen werden müssen, hat sich reduziert. So wurde beispielsweise vor einem halben Jahr erstmals eine Halbjahresspritze zugelassen, die alle sechs Monate unter die Haut gespritzt wird. Grundsätzlich gilt: Im Gespräch mit ihrem behandelnden Arzt sollten sich die betroffenen Frauen genau informieren und sich dann für die Behandlungsmethode entscheiden, die am besten zu ihren individuellen Lebensumständen passt. Weitere Informationen unter www.osteoporose.de.

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Kompetenter Rat am Telefon von führenden Gesundheitsexperten am

12. Mai 2011,

von 10 bis 16 Uhr

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