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Foto: djd

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Interview mit Alexander Winkler, Gruppenleiter Stab Pflegeversicherung bei der Deutschen  Krankenversicherung (DKV), Köln.

Worauf sollte man beim Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung besonders achten?

Alexander Winkler: Man sollte vor allem möglichst flexibel mit den abgeschlossenen Leistungen umgehen können. Diese Flexibilität bieten in der Regel Pflegetagegeldversicherungen. Hier kann variiert werden, ob man beispielsweise alle Pflegestufen absichern kann oder möchte oder ob es eventuell nur die Pflegestufe 3 sein soll. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Dynamik solcher Tarife.  Also die Garantie, dass die Leistungen im Laufe der Zeit beispielsweise nicht durch eine Inflation entwertet werden, sondern dass man im Falle der Inanspruchnahme auch noch wirklich etwas dafür bekommt.

Bis zu welchem Alter kann man eine private Pflegezusatzversicherung abschließen?

Alexander Winkler: Grundsätzlich müssen die Tarife heute bis zum Lebensalter von 100 Jahren durchkalkuliert sein. Eine Ablehnung auf Grund des Alters allein ist rechtlich nicht möglich. Das gilt aber nicht für etwa vorhandene Vorerkrankungen, deren Erscheinen mit steigendem Alter leider wahrscheinlicher wird. Trotzdem lohnt sich immer ein Probeantrag, bei dem der Versicherer prüfen kann, ob er den Antrag annimmt und wenn ja zu welchen Konditionen. Die Annahmeerklärung des Versicherers stellt dann wiederum ein Angebot dar, das der Interessent annehmen oder ablehnen kann.

Was ist der Unterschied zwischen einer Pflegetagegeld- und einer Pflegekostenversicherung und welche Form der Absicherung empfehlen Sie?

 

Alexander Winkler: Ich empfehle eindeutig eine Pflegetagegeldversicherung. Nur durch sie bekommt man einen bestimmten Betrag im Monat zur Verfügung gestellt, mit dem die Versorgung nach eigenem Ermessen sichergestellt werden kann. Niemand schreibt vor, ob das Geld für einen Pflegedienst, Hilfsmittel für Inkontinenz, die Miete für betreutes Wohnen oder andere Leistungen genutzt wird – bei einer Pflegekostenversicherung ist das anders. Denn diese Tarife basieren auf dem Rechnungsprinzip. Das ist alles viel umständlicher und mühevoller.

Zahlt die private Pflegezusatzversicherung auch dann, wenn der Versicherte ins europäische Ausland umzieht?

Alexander Winkler: Das hängt vom vereinbarten Tarif ab. Einige Tarife sehen diese Möglichkeit vor. Bei anderen ist eine vorhandene Pflegepflichtversicherung – oft  sogar eine deutsche Pflegepflichtversicherung – Voraussetzung, um den Ergänzungstarif abschließen zu können. Der Rentner mit Wohnsitz auf Mallorca ist aber immer gut beraten, wenn er seine deutsche Pflegepflichtversicherung beibehält und damit also für die meisten Ergänzungstarife die Voraussetzung schafft. Man weiß nie, ob man im Pflegefall nicht doch gern zurück in die Heimat und nach deutschem Standard versorgt werden möchte.

Was kostet beispielsweise eine private Pflegezusatzversicherung, mit der ein 40-jähriger Mann alle Pflegestufen abdecken will?

Alexander Winkler: Ein 40-jähriger Mann kann alle Pflegestufen beispielsweise mit dem immer wieder als gut getesteten Tarif “PET” der DKV bereits für weniger als 15 Euro pro Monat absichern.

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