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sternEs kann vorkommen, dass Medikamente nicht nur für den Zweck hilfreich sind, für den sie ursprünglich entwickelt wurden, bspw. valproinsäurehaltige Medikamente, die eigentlich zur Behandlung der Epilepsie zugelassen sind. Diese wurden vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) unter bestimmten Voraussetzungen auch als Medikament gegen Migräne zugelassen. Das nennt man dann Off-Label-Use. Das heißt, sie dürfen in einem nicht zugelassenen Anwendungsgebiet zu Lasten der Krankenkasse verordnet werden.

Der GBA ist das Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Hier wird unter anderem entschieden, welche ambulanten oder stationären Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind. Erfüllen Leistungen diese Bedingungen, dürfen Sie von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.

Was viele Migränepatienten nicht wissen:  Ärzte können Valporinsäure für Erwachsene auch zur Vorbeugung gegen Migräne auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen verordnen. Allerdings ist eine Voraussetzung, dass die Behandlung mit anderen dafür zugelassenen Arzneimitteln nicht erfolgreich war oder aus wichtigen Gründen nicht angewandt werden darf.

Allerdings dürfen diese Medikamente nicht bei Schwangeren angewendet werden, weil die Valporinsäure beim ungeborenen Kind zu Missbildungen führen kann. Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte vor einer Behandlung mit valporinhaltigen Medikamenten eine gründliche Risiko-Nutzen-Bewertung durchgeführt werden.

Hinweis: Wegen der Risiken, die valporinhaltige Medikamente durchaus haben, haben nicht alle Hersteller der neuen Verwendung zugestimmt. Grundsätzlich dürfen daher nur Produkte der Hersteller, die in der Arzneimittel-Richtlinie des GBA aufgeführt sind, verschrieben werden. Für die anderen Hersteller gilt, dass sie keine Produkthaftung nach § 84 Arzneimittelgesetz für die Nutzung bei Migräne übernehmen.

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