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Kennen Sie das auch? Der Mitarbeiter des von Ihnen eingesetzten Pflegedienstes ist in ständiger Hetze. Wenn es mal nicht so schnell geht, dann gerät er in Hektik und sagt, er habe nur 25 Minuten und sei nun schon über die Zeit.  Wenn Sie ihn dann fragen, warum er denn nur 25 Minuten habe, erklärt er Ihnen: “Mehr bezahlt die Pflegekasse nicht.

Oft argumentieren Inhaber von Pflegediensten, die Pflegekasse würde nur eine bestimmte Zeit, etwa 20 Minuten für die Körperpflege, bezahlen. Das ist so falsch. Die Pflegekasse bezahlt nicht zeitbezogen. Es handelt sich um eine so genannte verrichtungsbezogene Vergütung. Das heißt, der Preis wird unabhängig davon gezahlt, ob eine Leistung 5 Minuten oder eine halbe Stunde dauert.

Diese Abrechnungsform rechnet sich für den Pflegedienst nur dann, wenn eine “gesunde” Mischkalkulation vorliegt. Das heißt, der Pflegedienst kann nicht nur für Kunden tätig sein, die bei einem Leistungskomplex viel Zeit brauchen, sondern er benötigt auch Kunden, die bei dem gleichen Leistungskomplex weniger Zeit benötigen. Nur dann funktioniert die Mischklalkulation so, dass der verenbarte Preis für einen Leistungskomplex für den Pflegedienst auch wirtschaftlich ist. Das rechnet sich dann etwa so:

  • Der Pflegedienst berechnet eine Bruttoeinsatzstunde einer Pflegehilfskraft beispielsweise mit 30 €.
  • Der Leistungskomplex X wird mit 10 € vergütet.
  • Damit der Leistungskomplex X wirtschaftlich ist, muss er in einer Stunde dreimal abgrerechnet werden: Leistungskomplex X = 10 € x 3 = 30 €.
  • Dazu berechnet der Pflegedienstinhaber nun die notwendige Anzahl des Leistungskomplexes X in einer Stunde: 60 Minuten ÷ 3 = 20 Minuten
  • Der maximale Zeitbedarf des Leistungskomplexes X wäre somit 20 Minuten.

Da es aber um einen bestimmten Leistungsumfang geht, ist dies nicht genau planbar. Das heißt, es ist auch okay, wenn der Leistungskomplex X bei dem

  • Kunden A 30 Minuten und beim
  • Kunden B 20 Minuten und beim
  • Kunden C 10 Minuten,

oder beim

  • Kunden A 15 Minuten und beim
  • Kunden B 35 Minuten und beim
  • Kunden C 10 Minuten dauert.

Das ist dann die Mischkalkulation, denn in der Gesamtschau wird der Leistungskomplex dreimal bezahlt und somit wird die Stunde mit 30 € vergütet.

Hinweis: Die hier verwendeten Zahlen sind fiktiv und dienen nur der Verdeutlichung der Berechnung einer Mischkalkulation.

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