Beratung bei Pflegebedürftigkeit und Hilfe im Widerspruchsverfahren

Widerspruchratgeber

Wenn Sie krank oder pflegebedürftig sind, kennen Sie es nur zu gut, dass Ihre Kranken- und Pflegekasse Ihnen Leistungen ablehnt. Das betrifft nicht nur Pflegehilfsmittel, sondern auch andere Leistungen der Kranken- und Pflegekasse. Vor allem die ablehnenden Bescheide bei einer Pflegestufe – egal ob Erst- oder Höherstufungsantrag – haben eine erhebliche Auswirkung auf die Lebensqualität des Pflegebedürftigen.
Deshalb ist für viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die Erfahrung, dass ihr Antrag auf Ein- oder Höherstufung abgelehnt wird, oft niederschmetternd.

Wenn sie einen ablehnenden Einstufungs-Bescheid erhalten

Wahrscheinlich haben Sie gerade so einen ablehnenden Bescheid erhalten. Wenn es um die Pflegestufe geht, liest man häufig, dass zwar Pflegebedürftigkeit vorhanden ist, wegen der gesetzlichen Bestimmungen aber trotzdem keine Pflegestufe erreicht und zugebilligt wird.
Oder Sie haben ein Pflegehilfsmittel beantragt, aber gar nicht oder nicht das Hilfsmittel bekommen, das Sie oder Ihr Arzt für erforderlich hält.  Diese Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden.

Am Ende aller dieser Briefe der Kranken- und Pflegekassen finden Sie eine so genannte Rechtsmittelbelehrung. Damit werden Sie darüber aufgeklärt, dass Sie gegen diesen Brief, der ein Bescheid ist, innerhalb 1 Monats Widerspruch einlegen können.

Und dann werden Sie allein gelassen. Denn es interessiert niemanden, ob oder wie Sie Ihren Widerspruch gegen einen ablehnenden Bescheid bei Ihrer Kasse einlegen. Und es sagt Ihnen auch niemand, worauf Sie achten sollten, damit Ihr Widerspruch nicht nur rechtzeitig eingeht, sondern auch wirksam ist.
Sicher wissen Sie, dass es dabei Dinge gibt, auf die Sie achten müssen, um erfolgreich zu sein. Welche das aber sind, müssen Sie selbst herausfinden. Von Ihrer Pflegekasse erhalten Sie keine echte Hilfestellung, wenn es darum geht, Ihre Ansprüche durchzusetzen.

Aus den oben genannten Gründen gelingt es vielen Pflegebedürftigen und deren Angehörigen nicht, Ihre rechtlich verbrieften Ansprüche gegenüber der Pflegekasse durchzusetzen. Denn zu oft fühlen sie sich nicht stark und clever genug, um sich gegen ihre Kasse zu wehren. In einigen Fällen wissen sie aber auch nicht, wo sie überhaupt anfangen sollen.

Es ist wichtig, dass Sie in dieser Situation nicht alleine gelassen werden. Egal, ob Sie einen Antrag stellen oder einen Widerspruch gegen den ablehnenden Bescheid Ihrer Kasse einlegen wollen: Sie brauchen gute Beratung und Hilfestellungen.
Mit der richtigen Hilfe können Sie Ihre Ansprüche gegenüber Ihrer Kranken- und Pflegekasse auch durchsetzen. Als Laie ist es schwer, zu seinem Recht zu kommen.

Der erste Schritt: Sie legen fristgerecht Widerspruch gegen den Bescheid ein

Der Widerspruch ist das erste Rechtsmittel, das Sie gegen den Bescheid der Pflegekasse einlegen können. Mit ihm können Sie sich gegen den nicht zutreffenden oder ungenügenden Einstufungsbescheid wehren. Nach dem Eingang des Bescheides der Pflegekasse können Sie einen vollen Monat überlegen, ob Sie dieses Rechtsmittel einlegen möchten. Nutzen Sie diese Zeit dazu, um zu prüfen, ob Ihr Widerspruch auch Aussicht auf Erfolg hat. Dazu überprüfen Sie die Angaben des Gutachters im Gutachten zur Pflegeeinstufung.

Der Gutachter sollte Sie bei der Einstufung gefragt haben, ob Ihnen das Gutachten zugesendet werden soll. Dann erhalten Sie das Gutachten regelmäßig mit dem Bescheid zugesandt. Sollte Ihnen das Einstufungsgutachten trotzdem nicht vorliegen, können Sie es jederzeit bei Ihrer Kasse anfordern.

Tipp: Sie können zur Fristwahrung vorab Widerspruch einlegen und darauf verweisen, dass eine Begründung zum Widerspruch nachgereicht wird.

Der zweite Schritt: Sie begründen Ihren Widerspruch ausführlich

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Widerspruch für einen Dritten nachvollziehbar begründen. Denn nur so können auch weitergehende Erkenntnisse gewonnen werden, die die Einschätzung aus dem Gutachten beeinflussen. Das heißt, je besser Ihre Begründung ist, weshalb Sie den Bescheid nicht akzeptieren, desto größer ist auch Ihre Chance mit dem Widerspruch Erfolg zu haben.

In den meisten Fällen erhält der Versicherte direkt nach Eingang des Widerspruchs ein Pflegetagebuch zugesandt. Dieses müssen Sie im Rahmen Ihrer Mitwirkungspflicht ausfüllen. Allerdings kann eine ausführliche Widerspruchsbegründung das Pflegetagebuch ersetzen. Beides – also die ausführliche Begründung und das Tagebuch – sind in der Regel nicht erforderlich.

Hinweis: Wenn Sie weder eine Begründung Ihres Widerspruches an die Kasse senden, noch das Pflegetagebuch ausfüllen, kommen Sie Ihrer Mitwirkungspflicht nicht nach und Ihr Widerspruch kann schon deshalb abgelehnt werden.

Dritter Schritt: Sie bereiten sich auf die Widerspruchsbegutachtung vor

In den meisten Fällen findet eine erneute Begutachtung durch einen anderen Gutachter statt.Dieser Gutachter muss das vorherige Gutachten, gegen das sich der Widerspruch richtet, genauso würdigen, wie Ihre Widerspruchsbegründung oder das Pflegetagebuch.

Lesen Sie sich Ihre Widerspruchsbegründung vor der Widerspruchsbegutachtung noch einmal genau durch. Sie können sich auch Notizen machen, wenn Sie Sorge haben, dass Sie ansonsten wichtige Punkte vergessen. Sie müssen Ihre Notizen nicht an den Gutachter aushändigen, wenn Sie es nicht möchten.

Wer kann Widerspruch einlegen?

Den Widerspruch können Sie schriftlich oder “mündlich zur Niederschrift” (in der Geschäftsstelle Ihrer Pflegekasse) einlegen.
Wichtig ist, dass nur der Versicherte berechtigt ist gegen einen Bescheid der Kranken- und Pflegekasse Widerspruch einzulegen. Es ist jedoch nicht verboten, dem Pflegebedürftigen zu helfen, wenn dieser den Sachverhalt noch versteht und unterschreiben kann. Andernfalls sollten Sie eine Vollmacht des Versicherten haben, um für ihn den Widerspruch einlegen zu können oder der gesetzliche Betreuer sein.

Oder: Nutzen Sie die Hilfe vom Profi

Wenn Sie sich mit dem Verfahren überfordert fühlen oder glauben, dass Ihnen Hilfe von jemand sachverständigen nutzt, können Sie sich auch von einem Rechtsdienstleister wie einem Anwalt oder entsprechend zugelassenem Rentenberater unterstützen lassen.
Selbstverständlich helfe ich Ihnen auch gerne im Widerspruchsverfahren. Nähere Informationen dazu erhalten Sie unter diesem Link: Angebot Widerspruch und auch hier: Kosten des Widerspruchs

Tipp: Hier erhalten Sie eine kostenlose Vorlage für einen Widerspruch: Klick

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