Aug 20
Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts (LG) Berlin hat eine Mutter vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen. Die Mutter hatte ihren Sohn durch die Gabe von Medikamenten und die Öffnung seiner Pulsadern getötet. Vorher hatte sie selbst Medikamente genommen und versucht, sich die Pulsadern zu öffnen, weil sie keinen Ausweg mehr sah.
Eine Verurteilung schied nach Ansicht des Gerichts aus, weil die Mutter zum Tatzeitpunkt unter einer schweren Depression gelitten habe. Ihre Schuldfähigkeit sei bei Begehung der Tat mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgehoben gewesen.
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Jul 01
Die „Deutsche Hospiz Stiftung“ hat eine Schiedsstelle eingerichtet, die bei Konflikten rund um Patientenverfügungen beraten will.
Hier können sich Angehörige und auch Ärzte von Experten helfen lassen, wenn Zweifel darüber bestehen, wie eine Verfügung auszulegen ist. Die Beratung ist kostenlos.
Wenn Menschen bestimmte Beahandlungen ausschließen möchten, sind Standardformulierungen nicht ausreichend. Damit sind auch Konflikte vorprogrammiert.
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Jun 19
Nach 6 Jahren Streit ist es endlich soweit: Unser Bundestag hat sich entschieden, dass Patientenverfügungen zukünftig verbindlich sind.
Damit wird das Selbstbestimmungsrecht des Patienten in den Mittelpunkt gestellt. Zukünftig gilt der schriftlich festgelegte Wille unabhängig von der Erkrankung. Es wird auch keine Beratungspflicht geben.
Endlich besteht Rechtsklarheit. Ärzte, Bevollmächtigte und / oder gesetzliche Betreuer müssen sich zukünftig an den Willen des Verfügenden halten.
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Jan 27
Im jahrelangen Ringen um eine gesetzliche Regelung zur Patientenverfügung ist weiter keine Einigung in Sicht. Der Bundestag debattierte letzten Mittwoch in Berlin über verschiedene fraktionsübergreifende Gesetzesentwürfe zu dem Thema. Insbesondere der Entwurf einer Abgeordnetengruppe um Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) stieß dabei auf heftige Kritik.
In einer Patientenverfügung legen Menschen vorab fest, welche medizinischen Maßnahmen sie wünschen oder ablehnen, wenn sie sich infolge eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr äußern können.
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Aug 13
Einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zufolge, sind 58 % der Deutschen für aktive Sterbehilfe auf Wunsch schwerkranker Menschen.
Nur 19 % der Befragten sprachen sich nach dieser Erhebung dagegen aus und 23 % waren unentschieden.
Das Ergebnis wurde auch nach Konfessionen aufgeschlüsselt. Danach sprachen sich 56 % der Protestanten für aktive Sterbehilfe aus. Bei den Katholiken war jeder 2. dafür und bei den Menschen, die keiner oder einer anderen Religion abgehören, waren es 65 % für aktive Sterbehilfe.
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Jul 17
Am 09.07.2008 hat ein Berufungsgericht in Italien Sterbehilfe-Maßnahmen für eine seit über 16 Jahren im Koma liegende Frau genehmigt.
Der Vater der heute 34-jährigen hatte jahrelang vergeblich um die Erlaubnis gekämpft, die künstliche Ernährung seiner Tochter einzustellen. Im vergangenen Oktober hatte schließlich das übergeordnetes Gericht entschieden, dass der Fall, der in Italien seit Jahren für Aufsehen sorgt, noch einmal überprüft werden müsse.
Das Mailänder Berufungsgericht musste daraufhin prüfen, ob 2 Voraussetzungen für den Abbruch der künstlichen Ernährung gegeben sind:
- Es müsse ein „vegetativer” und irreversibler Zustand der Patientin klinisch festgestellt werden.
- Unter Berücksichtigung der ethischen, religiösen und philosophischen Überzeugungen der Patientin sollte nachgewiesen werden, dass sie einen Abbruch der Behandlung vorziehen würde.
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Jun 18
Die Ernährung Sterbender über eine Magensonde wird in Deutschland schleichend zum medizinischen Standard. Die Präsidenten der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, und des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, fordern in einem Beitrag der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” in dieser Frage umzudenken.
Vor allem eine hohe Zahl Demenzkranker wird in Pflegeheimen durch Magensonden (PEG-Sonden) ernährt. In Deutschland würden jedes Jahr etwa 140.000 dieser Sonden gelegt. Zwei Drittel davon bei Bewohnern von Pflegeheimen. Ungefähr jeder zweiter dieser Sondenernährten sei demenzkrank.
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Jun 17

Das Drama begann 1995. Riccardo, eben hatte er mit 1,8 sein Abitur gemacht, gerät mit seinem Motorrad auf regennasser Fahrbahn ins Schleudern, stürzt und fällt ins Koma.
Als Riccardo als Schwerstbehinderter aus dem Koma erwacht, wird mit der Zeit alles noch schlimmer. Er kann weder sprechen noch sich aus eigener Kraft bewegen. Über eine Sonde wird ihm Flüssigkeit zugeführt, nach hartem Training kann er schließlich kleinteilige Nahrung zu sich nehmen. Kommunizieren kann Riccardo mit dem Aufschlag der Augen.
Nach einem Jahr zeigt er seinen Unmut über den hilflosen Zustand, er brüllt, krampft und tobt in seinem Rollstuhl. Und er fordert die Mutter auf, ihn zu erlösen. Doch die kann und will das nicht. Ein Abbruch der Ernährung und Flüssigkeit wird entweder nicht erwogen oder als abwegig, als grausam verworfen.
Neun Jahre lang kämpft die Mutter gegen den beständigen Suizidwunsch ihres Sohnes an. Mit allen verfügbaren Mitteln: Sie fährt ihn z. B. im Rollstuhl zu Rockkonzerten …
Am Ende tötet sie ihn. Ihr gleichzeitiger Suizidversuch misslingt.
Ein sensibler Dokumentarfilm von Liz Wieskerstrauch am Dienstag, den 17. Juni in der ARD um 22.30 Uhr.
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Feb 25
Luxemburg akzeptiert künftig aktive Sterbehilfe. Der entsprechende Gesetzentwurf wurde am 19.02.08 in der Abgeordnetenkammer verabschiedet.
Demnach darf ein Arzt in Luxemburg künftig einem unheilbar Kranken, der seinen Wunsch zu sterben äußert, helfen.
Das soll sowohl durch einen aktiven Beitrag des Arztes (Tötung auf Verlangen) und auch mit seiner Assistenz (ärztlich assistierter Suizid) möglich sein.
Auch 16- bis 18-Jährige können mit Zustimmung der Eltern bei einer unheilbaren Kranknheit ihrem Leben ein Ende setzen.
Sterbehilfe ist gesetzlich in unterschiedlichen Ausmaßen erlaubt: in den Niederlanden, in Belgien und in der Schweiz.
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