Apr 21

Behinderte können das Persönliche Budget nicht ausreichend in Anspruch nehmen, weil sie vor hohe Hürden gestellt werden. Die Diakonie Sachsen unterstützte nach 483 Beratungen zum Persönlichen Budget, 80 Antragsteller.
Davon wurden nur 35 Anträge bewilligt, obwohl es seit Januar 2008 einen Rechtsanspruch auf das Persönliche Budget gibt.

Auf einer gemeinsamen Konferenz berieten Budgetnehmer mit den Verantwortlichen in Behörden und Verwaltungen, was die Gründe sind. Beim Erfahrungsaustausch zeigte sich, dass es oft im Ermessen des Sachbearbeiters liegt, welche Leistungen bewilligt werden. Es fehlt ein standardisiertes und transparentes Hilfebedarfsermittlungsverfahren.
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Apr 14

Heutzutage muss man sich angesichts des Verhaltens einiger Krankenkassen wirklich fragen, ob es die Ärzte sind, die die Behandlung einer Erkrankung bestimmen, oder der Zahlungsunwille einer Krankenkasse. Zumindest gibt folgendes zu denken:

Einige Ärzte erhielten einen Brief einer Krankenkasse mit der Bitte, die Verordnung des Antidementivums Memantine zu überprüfen. Begründet wurde diese Bitte damit, dass das IQWiG herausgefunden habe, dass es Alzheimer-Patienten nichts nütze. Denn für manche Krankenkasse sind die Berichte des „Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“ (IQWiG) scheinbar das Maß aller Dinge.

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Mrz 02

Laut Dr. Mark Obermann, dem Leiter des Schwindel-Zentrums am Universiätsklinikum Essen ist Schwindel nach Kopfschmerzen die zweithäufigste Diagnose in der Neurologie. Die Patienten haben oft eine ganze Reihe von Arztbesuchen hinter sich, ohne dauerhafte Hilfe zu bekommen. Das neue Schwindel-Zentrum Essen der Klinik für Neurologie ist eine Anlaufstelle für genau diese Menschen und alle, die unter dem häufig sehr unangenehmen Symptom leiden.

Das Essener Schwindel-Zentrum ist das Erste in Nordrhein-Westfalen (NRW). Es bietet seinen Patienten eine Reihe neuer Diagnostik- und Behandlungsverfahren an. Grundlage für die Behandlung ist eine ausführliche Anamnese – also die genaue Erfassung der bisherigen Krankengeschichte des Betroffenen.

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Feb 10

Gesundheitsminister Rösler plant einen radikalen Umbau des Gesundheitswesens. Damit droht ein kompletter Systemwechsel: Alle Versicherten zahlen dann einen Einheitsbeitrag, der für Besserverdienende eher im Bereich „Peanuts“ angesiedelt ist, während Geringverdienende im Verhältnis viel Geld bezahlen müssen.
Der versprochene Steuerausgleich für Geringverdiener wird angesichts leerer Haushaltskassen sicher sehr wackelig sein.

Der Arbeitgeberanteil ist bereits eingefroren und die Arbeitgeber wurden aus dem Solidarsystem mehr oder weniger entlassen. Jetzt sollen Wahltarife und private Zusatzversicherungen ausgebaut werden. Die Versicherten erhalten nur eine Grundversorgung. Damit werden die Ärmeren unserer Gesellschaft wahrscheinlich auf der Strecke bleiben: Denn schon jetzt ist unser Gesundheitssystem an vielen Stellen sozial nicht gerecht und dringend reformbedürftig.

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Jan 19

Krankenkassen müssen digitale Hörgeräte künftig in vollem Umfang bezahlen, wenn die medizinische Notwendigkeit klar gegeben ist. Das Bundessozialgericht (BSG) hat in Kassel ein entsprechendes Grundsatzurteil gefällt und damit die Praxis der niedrigen Festbeträge für digitale Hörgeräte beendet.

Geklagt hatte ein 27-Jähriger, der seit Geburt hörbehindert und inzwischen fast gehörlos ist. Statt 987,31 Euro Teilbetrag muss seine Kasse nun rund 3000 Euro zahlen.

Nach Angaben des BSG in Kassel und des Deutschen Schwerhörigenbunds betrifft die Entscheidung jene Betroffene, die fast gehörlos sind. Sie benötigen modernste digitale Hörgeräte, analoge helfen ihnen nicht mehr. Das BSG kritisierte die Festbeträge als unvereinbar mit der medizinischen Realität:
“Zum Ausgleich von Hörbehinderungen haben die Krankenkassen für die Versorgung mit solchen Hörgeräten aufzukommen, die nach dem Stand der Medizintechnik die bestmögliche Angleichung an das Hörvermögen Gesunder erlauben (…). Daran müssen auch die Festbeträge der Krankenkassen ausgerichtet werden”, teilte das BSG in der Urteilsbegründung mit. (Az: B 3 KR 20/08 R)

Nun können fast gehörlose Schwerhörige, die auf modernste Hörgeräte angewiesen sind, auf volle Kostenübernahme hoffen.

Quelle: KVNO-Ticker 01 / 2010 – Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein

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Dez 22

Das gilt zumindest für die AOK Niedersachsen. Im letzten Jahr hatte die AOK Niedersachsen mit einem Hersteller einen Exklusivvertrag geschlossen, mit dem sie die Preise bei Inkontinenzmitteln von monatlich 39,90 € pro Patient auf 25 € senken konnte.
Aber bei den Versicherten und Pflegeheimen führte dies zu heftigen Protesten. Denn es gab Lieferschwierigkeiten beim Hersteller und Qualitätsverschlechterungen.

Deshalb hat die Kasse nun eingelenkt. Ab 1. Januar 2010 können die Pflegeeinrichtungen und die Versicherten wieder selbst wählen, von wem sie ihre Inkontinenzartikel beziehen.

Kommentar: Es lohnt sich also, wenn Versicherte sich wehren und beschweren. Werden die Beschwerden der Krankenkasse zu viel, lenkt sie offensichtlich ein. Bleibt zu hoffen, dass auch andere Kassen diesem versichertenfreundlichen Beispiel folgen.

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Dez 11

Nachdem die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) es nicht geschafft haben, wegen der Schweinegrippen-Massen-Impfung einen Zusatzbeitrag für die Versicherten durchzusetzen, kündigen sie ihn nun für 2010 an. Er wird also kommen!

Dabei hat die GKV bis zum 3. Quartal 2009 einen Überschuss von 1,4 Miliarden € erwirtschaftet. Wer soll da verstehen, dass die Versicherten wieder einmal bluten müssen?

Zudem sollen die Zusatzbeiträge nach Einschätzung des BKK-Bundesverbandes Bürokratiekosten in Höhe von bis zu 1 Milliarde € verursachen.
Erstaunlich ist, dass bei der GKV immer nur nach der Einnahmenseite geschaut wird, wenn es darum geht, dass mit der Kasse etwas nicht stimmt. Nicht gesprochen wird über sehr hohe Vorstandsgehälter, die von vielen Kassen gezahlt werden.

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Dez 03

Es ist unumstritten, dass gezieltes Training die Kraft und den Gleichgewichtssinn von älteren Menschen stärkt. Die Knappschaft Bahn See hat jetzt ein kostenloses Poster heraus gegeben, das zeigt, wie Senioren mit einfachen Übungen Muskeln und Balance trainieren und ihre Wohnung mit wenigen Veränderungen sturzsicher machen können.

Für das Sturzprophylaxe-Poster wurden einfache Gymnastikübungen zusammengestellt, die sich ganz leicht zu Hause nachmachen lassen. Schon mit wenigen Übungen können Sie viel erreichen, wenn  Sie regelmäßig trainieren.

Tipp: Hier geht’s zum Downloadlink des Posters „Sicher und mobil im Alter – Das Sturzprophylaxe-Poster der Knappschaft“: Klick mich!

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Okt 26

Heute soll es losgehen, mit der Massenimpfung gegen die Schweinegrippe. Doch wer wird sich impfen lassen?

In den vergangenen Wochen gab es heftige Diskussionen um den Impfstoff. Nicht nur die dem deutschen Impfstoff beigemengte Verstärkersubstanz, sondern auch die Notwendigkeit der Schweinegrippeimpfung selbst wurde von Ärztevertretern in Frage gestellt.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts polis/USUMA von 1012 befragten Bundesbürgern ergab,

  • 78 % der Befragten wollen sich nicht gegen die Schweinegrippe impfen lassen.
  • 8 % wissen es noch nicht und nur
  • 14 % erklärten, sie hätten die Impfung vor.

Begonnen wird die Impfaktion mit dem medizinischen Personal. Parallel dazu können sich bei dieser Massenimpfaktion neben dem medizinischen Personal auch Polizisten und Feuerwehrleute sowie chronisch Kranke und Schwangere impfen lassen.

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Okt 08

Sicher haben Sie schon von den so genannten “Individuellen Gesundheitsleistungen” (IGeL) gehört. Das sind die Untersuchungen oder Beratungsleistungen beim Arzt, die Ihre Krankenkasse nicht bezahlt. In manchen Fällen legenÄrzte aber gerade diese Leistungen – die sie dann privat von ihrem Patienten abrechnen – besonders ans Herz.

Über solche Leistungen informieren die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Bundesärztekammer in der Broschüre “Selbst zahlen? Individuelle Gesundheitsleistungen – ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten“.
In der Broschüre wird erklärt, was Patienten beachten und welche Fragen sie dem Arzt stellen sollten.

Hinweis: Die Broschüre können Sie HIER herunterladen (Der Link zum Download befindet sich im rechten Frame.).

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