Apr 29
Eine „nette Idee“ haben die gesetzlichen Krankenkassen nun, um eine flächendeckende Einführung von Zusatzbeiträgen zu verhindern: Immer mehr von ihnen fordern die Regierung auf, den allgemeinen Beitragssatz anzuheben.
Die Höhe des allgemeinen Beitragssatzes legt seit Einführung des Gesundheitsfonds der Gesetzgeber fest. Zum 01.01.2009 betrug er 15,5 %. Ab dem 01.07.2009 wurde er auf 14,9 % reduziert. Davon tragen die Versicherten 7,9 % und die Arbeitgeber 7,0 %.
Experten schätzen das in diesem Jahr zu erwartende Defizit auf rund 4 Milliarden €. Gründe für diese Erwartung sollen neben der Wirtschaftskrise insbesondere Ausgabensteigerungen in den Bereichen Arzneimittel, Krankenhaus und Arzthonorare sein.
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Mrz 11
Nun haben 9 Krankenkassen von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag erhoben, weil die Kassen ja ach so leer seien. Und jetzt kommt eine ganz neue, für die Kassen scheinbar überraschende Meldung:
Trotz der Wirtschaftskrise und deutlicher Ausgaben- Steigerungen haben die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2009 einem Bericht des “Handelsblatt” zufolge einen Milliardenüberschuss erzielt. Die Zeitung beruft sich auf vorläufige Zahlen der gesetzlichen Krankenversicherung. Demnach lagen die Einnahmen der Kassen aus dem Gesundheitsfonds um 1,07 Milliarden € über den Ausgaben.
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Feb 19
Gut gemeint ist nicht genug. Seit Ende 2009 werden Heime und ambulante Pflegedienste öffentlich mit Noten von sehr gut bis mangelhaft bewertet. Geprüft und beurteilt wird vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK).
Bei den bisher veröffentlichten Gesamtnoten liegt der Durchschnitt nahe 2 minus viel zu gut, sagen Kritiker. Die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer nannte das Projekt schon Mitte 2009 “reine Volksverdummung”.
Jürgen Brüggemann, Fachgebietsleiter Qualitätsmanagement Pflege beim Medizinischen Dienst des Spitzenverbands der Krankenkassen (MDS) betont dagegen: “Wir halten die Pflegenoten für einen Riesenschritt im Sinne des Verbraucherschutzes”. Heike Nordmann, Gruppenleiterin Wohnen und Pflege in der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, überzeugt das nicht. “Weder die Gesamtnote noch die Teilnoten der einzelnen Qualitätsbereiche sind wirklich aussagefähig”, urteilt sie in der “Apotheken Umschau”.
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Jan 29
Erstaunt es uns eigentlich noch, wenn wir lesen, dass die Grundsatzabteilung des Bundesgesundheitsministeriums künftig von einem Lobbyisten der privaten Krankenkassen geleitet wird?
Christian Weber war bisher Vize-Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung. Da hat er noch eine 10 % Minderheit vertreten. Jetzt soll er wichtige Entscheidungen für uns alle herbeiführen. Wirklich pikant ist, dass er bei Abstimmungen wegen Befangenheit nicht mitmachen darf. Hallo?
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Jan 20
Während auf der einen Seite beklagt wird, dass die Krankenkassen zu wenige Geld einnehmen und deshalb Zusatzbeiträge für die Versicherten angekündigt werden, wird auf der anderen Seite gegen einen Vorstandschef und einen Verwaltungschef der BKK Delphi ermittelt.
Die Krankenkassenchefs müssen sich seit dem 13.01.2010 vor dem Amtsgericht Wuppertal gegen einen Korruptionsverdacht verteidigen. Ihnen wird Bestechlichkeit und Untreue vorgeworfen. Sie sollen zwischen Oktober 2002 und August 2007 sich selbst und ihren Familien zu Unrecht Leistungen gewährt haben.
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Jan 19
Krankenkassen müssen digitale Hörgeräte künftig in vollem Umfang bezahlen, wenn die medizinische Notwendigkeit klar gegeben ist. Das Bundessozialgericht (BSG) hat in Kassel ein entsprechendes Grundsatzurteil gefällt und damit die Praxis der niedrigen Festbeträge für digitale Hörgeräte beendet.
Geklagt hatte ein 27-Jähriger, der seit Geburt hörbehindert und inzwischen fast gehörlos ist. Statt 987,31 Euro Teilbetrag muss seine Kasse nun rund 3000 Euro zahlen.
Nach Angaben des BSG in Kassel und des Deutschen Schwerhörigenbunds betrifft die Entscheidung jene Betroffene, die fast gehörlos sind. Sie benötigen modernste digitale Hörgeräte, analoge helfen ihnen nicht mehr. Das BSG kritisierte die Festbeträge als unvereinbar mit der medizinischen Realität:
“Zum Ausgleich von Hörbehinderungen haben die Krankenkassen für die Versorgung mit solchen Hörgeräten aufzukommen, die nach dem Stand der Medizintechnik die bestmögliche Angleichung an das Hörvermögen Gesunder erlauben (…). Daran müssen auch die Festbeträge der Krankenkassen ausgerichtet werden”, teilte das BSG in der Urteilsbegründung mit. (Az: B 3 KR 20/08 R)
Nun können fast gehörlose Schwerhörige, die auf modernste Hörgeräte angewiesen sind, auf volle Kostenübernahme hoffen.
Quelle: KVNO-Ticker 01 / 2010 – Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
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Jan 13
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat nun auf Youtube ihren eigenen Videokanal eröffnet.
Die KBV vertritt die politischen Interessen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten auf Bundesebene. Sie schließt mit den gesetzlichen Krankenkassen und anderen Sozialversicherungsträgern Vereinbarungen, z. B. zur Honorierung der Ärzte und zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen. Weiterlesen »
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Aug 27
Bestimmt würden die Verantwortlichen sagen, dass diese Behauptung nicht stimmt. Doch wer mit kranken Menschen zu tun hat, wird mir sehr wahrscheinlich Recht geben.
Krankenhäuser entlassen Patienten nach kürzesten Behandlungszeiten – auch dann, wenn die Erfahrung bereits gezeigt hat, dass eine ambulante Behandlung – aufgrund der Persönlichkeit des Patienten – nicht erfolgreich sein kann.
Immer wieder werden von den Krankenkassen ambulante Behandlungen, z. B. Verbandwechsel, gekürzt oder sie versuchen diese sogar ganz zu streichen, weil ihrer Ansicht nach, gar keine Verbände mehr erforderlich sein könnten. – Wohlgemerkt, „ihrer Ansicht nach“ – nicht „ihrer Kontrolle der Situation nach“!
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Mai 18
Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hat die Abschaffung der gesetzlichen Krankenkassen als Vollversicherung vorgeschlagen. Nach seiner Idee sollen die gesetzlichen Krankenkassen nur noch die nötigsten Leistungen gewährleisten. Alles andere würde zur Privatsache, z. B. über eine private Zusatzversicherung.
Wie eine solche Grundversorgung, also was die nötigsten Leistungen sind, aussieht, soll nach dem Vorschlag Hoppes ein „Gesundheitsrat“ mit Ärzten, Ethikern, Juristen und Patientenvertretern festlegen.
Die Abstufung der Wichtigkeit soll nach Hoppe in 3 Stufen erfolgen. Nach diesem Konzept hätten lebensbedrohliche Krankheiten die oberste Wichtigkeit – die „Wunschmedizin“ die niedrigste.
Diagnosen wie Schlaganfall oder eine fortschreitende Tumorerkrankung sollen sofort und auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse behandelt werden. Stufe 2 wäre dann z. B. das Einsetzen künstlicher Gelenke, wenn die Schmerzen durch Medikamente beherrscht werden können.
Um Wunschmedizin handelt es sich laut Hoppe, wenn man z. B. beim Essen von Speisen und Getränken keine Abstriche macht, und dann Medikamente braucht, um die Magenschleimhaut zu beruhigen. Patienten sollen das selbst bezahlen oder auf Alkohol und fettes Essen verzichten. Damit gehören z. B. auch Cholesterinsenker zur Wunschmedizin. Bei zu hohen Cholesterinwerten, könne man auch eine Diät machen – Medikamente seien nur in Ausnahmefällen nötig.
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Mrz 27
Im Jahr 2008 musst der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) knapp 190.000 Versicherte mehr bzgl. der Pflegeeinstufung begutachten, als im Jahr 2007.
Ursache soll laut dem Medizinischen Dienst des Spiztzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) vor allem das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz gewesen sein, das zu mehr Anträgen geführt habe. So steht es zumindest im Pflegebericht des MDS für die Jahre 2007 / 2008. Weitere Infos aus dem Pflegebericht:
- Jeder 3. Pflegebedürftige Zuhause hat Anspruch auf Zusatzleistungen für Demenzkranke
- Jeder 2. Pflegeheimbewohner hat einen erhöhten betreuungsbedarf.
Hinweis: Weitere Infos erhalten Sie auf der Internetseite des MDS: HIER
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