Feb 10

Gesundheitsminister Rösler plant einen radikalen Umbau des Gesundheitswesens. Damit droht ein kompletter Systemwechsel: Alle Versicherten zahlen dann einen Einheitsbeitrag, der für Besserverdienende eher im Bereich „Peanuts“ angesiedelt ist, während Geringverdienende im Verhältnis viel Geld bezahlen müssen.
Der versprochene Steuerausgleich für Geringverdiener wird angesichts leerer Haushaltskassen sicher sehr wackelig sein.

Der Arbeitgeberanteil ist bereits eingefroren und die Arbeitgeber wurden aus dem Solidarsystem mehr oder weniger entlassen. Jetzt sollen Wahltarife und private Zusatzversicherungen ausgebaut werden. Die Versicherten erhalten nur eine Grundversorgung. Damit werden die Ärmeren unserer Gesellschaft wahrscheinlich auf der Strecke bleiben: Denn schon jetzt ist unser Gesundheitssystem an vielen Stellen sozial nicht gerecht und dringend reformbedürftig.

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Feb 04

Nun ist es raus: nicht 8 € müssen gesetzlich Versicherte bei vielen Kassen zusätzlich zahlen, sondern viele Kassen fordern nun den vom Gesetz höchstmöglichen Zusatzbeitrag von 1 % des Bruttoeinkommens der Versicherten.
Das heißt für Sie, wenn Sie 1.500 € brutto verdienen, dass Sie monatlich zusätzlich zu Ihrem normalen Beiträgen noch einmal 15 € für den Zusatzbeitrag zahlen müssen. :sick:

Ich habe Glück. Die gesetzliche Krankenkasse, in der ich als freiwilliges Mitglied versichert bin, garantiert weiterhin, dass sie 2010 keinen Zusatzbeitrag nehmen wird. Das ist auch gut so. Denn ich würde sofort in eine andere Kasse wechseln, die keinen Zusatzbeitrag nimmt.
Und ganz ehrlich: ich würde auch ein “Kassenhopping” für mich in der Zukunft nicht ausschließen.

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Dez 22

Das gilt zumindest für die AOK Niedersachsen. Im letzten Jahr hatte die AOK Niedersachsen mit einem Hersteller einen Exklusivvertrag geschlossen, mit dem sie die Preise bei Inkontinenzmitteln von monatlich 39,90 € pro Patient auf 25 € senken konnte.
Aber bei den Versicherten und Pflegeheimen führte dies zu heftigen Protesten. Denn es gab Lieferschwierigkeiten beim Hersteller und Qualitätsverschlechterungen.

Deshalb hat die Kasse nun eingelenkt. Ab 1. Januar 2010 können die Pflegeeinrichtungen und die Versicherten wieder selbst wählen, von wem sie ihre Inkontinenzartikel beziehen.

Kommentar: Es lohnt sich also, wenn Versicherte sich wehren und beschweren. Werden die Beschwerden der Krankenkasse zu viel, lenkt sie offensichtlich ein. Bleibt zu hoffen, dass auch andere Kassen diesem versichertenfreundlichen Beispiel folgen.

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Dez 11

Nachdem die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) es nicht geschafft haben, wegen der Schweinegrippen-Massen-Impfung einen Zusatzbeitrag für die Versicherten durchzusetzen, kündigen sie ihn nun für 2010 an. Er wird also kommen!

Dabei hat die GKV bis zum 3. Quartal 2009 einen Überschuss von 1,4 Miliarden € erwirtschaftet. Wer soll da verstehen, dass die Versicherten wieder einmal bluten müssen?

Zudem sollen die Zusatzbeiträge nach Einschätzung des BKK-Bundesverbandes Bürokratiekosten in Höhe von bis zu 1 Milliarde € verursachen.
Erstaunlich ist, dass bei der GKV immer nur nach der Einnahmenseite geschaut wird, wenn es darum geht, dass mit der Kasse etwas nicht stimmt. Nicht gesprochen wird über sehr hohe Vorstandsgehälter, die von vielen Kassen gezahlt werden.

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Okt 08

Sicher haben Sie schon von den so genannten “Individuellen Gesundheitsleistungen” (IGeL) gehört. Das sind die Untersuchungen oder Beratungsleistungen beim Arzt, die Ihre Krankenkasse nicht bezahlt. In manchen Fällen legenÄrzte aber gerade diese Leistungen – die sie dann privat von ihrem Patienten abrechnen – besonders ans Herz.

Über solche Leistungen informieren die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Bundesärztekammer in der Broschüre “Selbst zahlen? Individuelle Gesundheitsleistungen – ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten“.
In der Broschüre wird erklärt, was Patienten beachten und welche Fragen sie dem Arzt stellen sollten.

Hinweis: Die Broschüre können Sie HIER herunterladen (Der Link zum Download befindet sich im rechten Frame.).

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Aug 06

Hier hatte ich schon berichtet, dass das frühzeitige Jammern der Ärzte bzgl. ihrer Honorarerwartungen eher grundlos war.
Doch obwohl die Ärzte mehr Einnahmen verbuchen konnten als 2008, ist immer noch kein Ende der Auseinandersetzungen um die neu geregelte Honorierung der kassenärztlichen Leistungen in Sicht. Wieder wird zu Protesten aufgerufen – von Verlierern und Gewinnern der Reform.

Im 1. Quartal zählen die saarländischen Orthopäden mit durchschnittlichen Verlusten von 4,8 % zu den Verlierern der seit 2009 geltenden Honorarreform. Die Klage der Orthopäden: Mit den gegenwärtigen Perspektiven könnten Praxen nicht weitergeführt und ein Personalabbau nicht ausgeschlossen werden.
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Jul 27

Mehrere Monate hatten Sie protestiert. Die Behandlung der Patienten als unsicher bezeichnet und wollten nur gegen Barzahlung behandeln: unsere Ärzte. HIER und HIER hatte ich bereits darüber berichtet.

Nun zeigen die ersten Zahlen 4-stellige Gewinne für tausende der angeblich von Verarmung bedrohten Mediziner aus. Bundesweit sollen Ärzte im 1. Quartal mehr Geld als erwartet bekommen haben.
Heute soll die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Details vorlegen.
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Jul 14

Eine Emnid-Umfrage des Nachrichtenmagazins „Focus“ ergab, dass 76 % der Deutschen nicht bereit sind, höhere Krankenkassen-Beiträge zu bezahlen, damit die Ärzte mehr Geld bekommen. Im Osten ist die Abneigung mit 86 % deutlich höher als in Westdeutschland mit 74 %.

Bei der Frage, wie die steigenden Gesundheitskosten gedeckt werden sollen, plädierten

  • 63 % der Befragten für eine Aufhebung der Trennung zwischen privater und gesetzlicher Versicherung.
  • 48 % befürworteten höhere Steuerzuschüsse,
  • 24 % waren für höhere Krankenkassenbeiträge.

Der aktuellen Gesundheitsreform stellen die Befragten ein schlechtes Zeugnis aus. Lediglich 4 % glauben, dass sie durch Gesundheitsfonds und einheitlichen Beitragssatz mehr Vorteile hätten. Fast ein Drittel sieht mehr Nachteile.

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Mai 26

Nachdem es für Sterbenskranke immer wieder Schwierigkeiten gibt, ihren Anspruch auf eine ambulante Palliativversorgung durchzusetzen, haben die gesetzlichen Krankenkassen in Nordrhein endlich gehandelt.
Alle gesetzlichen Krankenkassen Nordrhein haben mit der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein einen flächendeckenden Vertrag zur ambulanten Palliativversorgung abgeschlossen.

Nun können Schwerstkranke ihre letzten Tage auch Zuhause, in ihrer gewohnten Umgebung, verbringen, anstatt im Krankenhaus.
Die Verträge sichern den Patienten mit einer fortgschrittenen, nicht heilbaren Erkrankung umfassende medizinische und pflegerische Hilfe in ihrer gewohnten Umgebung zu.

Ein Beispiel, das bundesweit Schule machen sollte. Denn der Rechtsanspruch auf diese Versorgung scheiterte bisher ja immer wieder daran, dass die Kassen nicht in der Lage oder Willens waren, solche Verträge abzuschließen.

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Mai 22

Ich habe HIER ja bereits berichtet, welche Idee Herr Hoppe als Vertreter (zumindest eines Teils) der deutschen Ärzteschaft anhgeregt hat.
Nun ist dieser Vorschlag in die öffentliche Diskussion gegangen und Herr Hoppe bezieht für seinVorpreschen ordentlich Schelte. Zu Recht, wie ich finde!

In einem Kommentar habe ich gelesen, dass sein Ansinnen “gruppenegoistische Ziele” verfolge. Ja, besser kann man es nicht sagen! Denn kein Wort verliert Herr Hoppe darüber, dass die Ärzte derzeit mehr Geld zur Verteilunf zur Verfügung haben, als je zuvor. Auch, dass die Abrechnungsmisere selbstgemacht – und zwar von den Ärzten – ist, verschweigt er tunlichst. Nach seinem Ansinnen sollen und müssen sich alle einschränken. Mit einer Ausnahme: Die Ärzte selber! Sie wollen – Wirtschaftskrise und Einkommensverluste in allen Bereichen hin oder her – sich auf keinen Fall einschränken.

Geradezu unverschämt empfinde ich es, wenn ich dann an der Tür meines Orthopäden lese, er habe die Praxis geschlossen, um für MICH (!) demonstrieren zu gehen. Hallo? Kann er nicht wenigstens dazu stehen, dass er für sich selbst auf die Straße geht? Das ist doch durchaus okay. Auch wenn ich das Ziel nicht unbedingt nachvollziehen kann. Aber wir haben hier in unserem Land ja demonstrations- und Meinungsfreiheit. Eine Lüge ist auch nicht besser, nur weil man sich damit selbst betrügt.

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