Apr 29

Eine „nette Idee“ haben die gesetzlichen Krankenkassen nun, um eine flächendeckende Einführung von Zusatzbeiträgen zu verhindern: Immer mehr von ihnen fordern die Regierung auf, den allgemeinen Beitragssatz anzuheben.

Die Höhe des allgemeinen Beitragssatzes legt seit Einführung des Gesundheitsfonds der Gesetzgeber fest. Zum 01.01.2009 betrug er 15,5 %. Ab dem 01.07.2009 wurde er auf 14,9 % reduziert. Davon tragen die Versicherten 7,9 % und die Arbeitgeber 7,0 %.

Experten schätzen das in diesem Jahr zu erwartende Defizit auf rund 4 Milliarden €. Gründe für diese Erwartung sollen neben der Wirtschaftskrise insbesondere Ausgabensteigerungen in den Bereichen Arzneimittel, Krankenhaus und Arzthonorare sein.

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Feb 10

Gesundheitsminister Rösler plant einen radikalen Umbau des Gesundheitswesens. Damit droht ein kompletter Systemwechsel: Alle Versicherten zahlen dann einen Einheitsbeitrag, der für Besserverdienende eher im Bereich „Peanuts“ angesiedelt ist, während Geringverdienende im Verhältnis viel Geld bezahlen müssen.
Der versprochene Steuerausgleich für Geringverdiener wird angesichts leerer Haushaltskassen sicher sehr wackelig sein.

Der Arbeitgeberanteil ist bereits eingefroren und die Arbeitgeber wurden aus dem Solidarsystem mehr oder weniger entlassen. Jetzt sollen Wahltarife und private Zusatzversicherungen ausgebaut werden. Die Versicherten erhalten nur eine Grundversorgung. Damit werden die Ärmeren unserer Gesellschaft wahrscheinlich auf der Strecke bleiben: Denn schon jetzt ist unser Gesundheitssystem an vielen Stellen sozial nicht gerecht und dringend reformbedürftig.

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Feb 04

Nun ist es raus: nicht 8 € müssen gesetzlich Versicherte bei vielen Kassen zusätzlich zahlen, sondern viele Kassen fordern nun den vom Gesetz höchstmöglichen Zusatzbeitrag von 1 % des Bruttoeinkommens der Versicherten.
Das heißt für Sie, wenn Sie 1.500 € brutto verdienen, dass Sie monatlich zusätzlich zu Ihrem normalen Beiträgen noch einmal 15 € für den Zusatzbeitrag zahlen müssen. :sick:

Ich habe Glück. Die gesetzliche Krankenkasse, in der ich als freiwilliges Mitglied versichert bin, garantiert weiterhin, dass sie 2010 keinen Zusatzbeitrag nehmen wird. Das ist auch gut so. Denn ich würde sofort in eine andere Kasse wechseln, die keinen Zusatzbeitrag nimmt.
Und ganz ehrlich: ich würde auch ein “Kassenhopping” für mich in der Zukunft nicht ausschließen.

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Dez 22

Das gilt zumindest für die AOK Niedersachsen. Im letzten Jahr hatte die AOK Niedersachsen mit einem Hersteller einen Exklusivvertrag geschlossen, mit dem sie die Preise bei Inkontinenzmitteln von monatlich 39,90 € pro Patient auf 25 € senken konnte.
Aber bei den Versicherten und Pflegeheimen führte dies zu heftigen Protesten. Denn es gab Lieferschwierigkeiten beim Hersteller und Qualitätsverschlechterungen.

Deshalb hat die Kasse nun eingelenkt. Ab 1. Januar 2010 können die Pflegeeinrichtungen und die Versicherten wieder selbst wählen, von wem sie ihre Inkontinenzartikel beziehen.

Kommentar: Es lohnt sich also, wenn Versicherte sich wehren und beschweren. Werden die Beschwerden der Krankenkasse zu viel, lenkt sie offensichtlich ein. Bleibt zu hoffen, dass auch andere Kassen diesem versichertenfreundlichen Beispiel folgen.

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Dez 11

Nachdem die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) es nicht geschafft haben, wegen der Schweinegrippen-Massen-Impfung einen Zusatzbeitrag für die Versicherten durchzusetzen, kündigen sie ihn nun für 2010 an. Er wird also kommen!

Dabei hat die GKV bis zum 3. Quartal 2009 einen Überschuss von 1,4 Miliarden € erwirtschaftet. Wer soll da verstehen, dass die Versicherten wieder einmal bluten müssen?

Zudem sollen die Zusatzbeiträge nach Einschätzung des BKK-Bundesverbandes Bürokratiekosten in Höhe von bis zu 1 Milliarde € verursachen.
Erstaunlich ist, dass bei der GKV immer nur nach der Einnahmenseite geschaut wird, wenn es darum geht, dass mit der Kasse etwas nicht stimmt. Nicht gesprochen wird über sehr hohe Vorstandsgehälter, die von vielen Kassen gezahlt werden.

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Okt 08

Sicher haben Sie schon von den so genannten “Individuellen Gesundheitsleistungen” (IGeL) gehört. Das sind die Untersuchungen oder Beratungsleistungen beim Arzt, die Ihre Krankenkasse nicht bezahlt. In manchen Fällen legenÄrzte aber gerade diese Leistungen – die sie dann privat von ihrem Patienten abrechnen – besonders ans Herz.

Über solche Leistungen informieren die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Bundesärztekammer in der Broschüre “Selbst zahlen? Individuelle Gesundheitsleistungen – ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten“.
In der Broschüre wird erklärt, was Patienten beachten und welche Fragen sie dem Arzt stellen sollten.

Hinweis: Die Broschüre können Sie HIER herunterladen (Der Link zum Download befindet sich im rechten Frame.).

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Jul 14

Eine Emnid-Umfrage des Nachrichtenmagazins „Focus“ ergab, dass 76 % der Deutschen nicht bereit sind, höhere Krankenkassen-Beiträge zu bezahlen, damit die Ärzte mehr Geld bekommen. Im Osten ist die Abneigung mit 86 % deutlich höher als in Westdeutschland mit 74 %.

Bei der Frage, wie die steigenden Gesundheitskosten gedeckt werden sollen, plädierten

  • 63 % der Befragten für eine Aufhebung der Trennung zwischen privater und gesetzlicher Versicherung.
  • 48 % befürworteten höhere Steuerzuschüsse,
  • 24 % waren für höhere Krankenkassenbeiträge.

Der aktuellen Gesundheitsreform stellen die Befragten ein schlechtes Zeugnis aus. Lediglich 4 % glauben, dass sie durch Gesundheitsfonds und einheitlichen Beitragssatz mehr Vorteile hätten. Fast ein Drittel sieht mehr Nachteile.

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Mai 26

Nachdem es für Sterbenskranke immer wieder Schwierigkeiten gibt, ihren Anspruch auf eine ambulante Palliativversorgung durchzusetzen, haben die gesetzlichen Krankenkassen in Nordrhein endlich gehandelt.
Alle gesetzlichen Krankenkassen Nordrhein haben mit der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein einen flächendeckenden Vertrag zur ambulanten Palliativversorgung abgeschlossen.

Nun können Schwerstkranke ihre letzten Tage auch Zuhause, in ihrer gewohnten Umgebung, verbringen, anstatt im Krankenhaus.
Die Verträge sichern den Patienten mit einer fortgschrittenen, nicht heilbaren Erkrankung umfassende medizinische und pflegerische Hilfe in ihrer gewohnten Umgebung zu.

Ein Beispiel, das bundesweit Schule machen sollte. Denn der Rechtsanspruch auf diese Versorgung scheiterte bisher ja immer wieder daran, dass die Kassen nicht in der Lage oder Willens waren, solche Verträge abzuschließen.

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Mai 05

Die Bundesregierung hat beschlossen, dass der einheitliche Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung wegen der Wirtschaftskrise (oder so) zum 01.07.09 gesenkt wird.
Eine tolle Sache, denn der allgemeine Beitragssatz wird dann statt 15,5 % nur noch 14,9 % betragen.

Nun erwartet der Präsident des Bundesversicherungsamtes (BVA), Josef Hecken (CDU), dass rund 4,5 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ab Juli 2009 mit individuellen Zusatzbeiträgen ihrer Kasse rechnen müssen. Betroffen seien die Mitglieder von insgesamt 16 Krankenkassen.
Bis zu 1 % des beitragspflichtigen Einkommens werden dann für deren Mitglieder – ohne Beteiligung der Arbeitgeber – zusätzlich zum regulären Kassenbeitrag fällig. Trotz Absenkung des Beitragssatzes könnte der Gesamtbeitrag betroffener Mitglieder dadurch sogar steigen.
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Mrz 26

Droht den Kassen schon im ersten Jahr des Gesundheitsfonds eine milliardenschwere Verschuldung?

Laut dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel” werden die Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) schon im Startjahr des Gesundheitsfonds nur über eine milliardenschwere Neuverschuldung der Krankenkassen gedeckt werden können. Zwar sieht das Reformgesetz zur Einführung des Fonds für 2009 eine 100-%tige Deckung vor, aber zwischen den Ausgaben der Kassen und den Finanzmitteln des Gesundheitsfonds soll eine Lücke von bis zu 3 Milliarden € klaffen. Das Milliardenloch soll vor allem durch die Rezession begründet sein.

Wegen der konjunkturell schlechten Lage am Arbeitsmarkt rechnen Mitglieder des zuständigen Schätzerkreises beim Bundesversicherungsamt (BVA) mit Beitragsausfällen von bis zu 2 Milliarden € in 2009. Zusätzlich sollen die Ausgaben der Krankenkassen schon in den ersten Wochen des Jahres höher ausgefallen sein als es geplant war.

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