Mrz 02

Laut Dr. Mark Obermann, dem Leiter des Schwindel-Zentrums am Universiätsklinikum Essen ist Schwindel nach Kopfschmerzen die zweithäufigste Diagnose in der Neurologie. Die Patienten haben oft eine ganze Reihe von Arztbesuchen hinter sich, ohne dauerhafte Hilfe zu bekommen. Das neue Schwindel-Zentrum Essen der Klinik für Neurologie ist eine Anlaufstelle für genau diese Menschen und alle, die unter dem häufig sehr unangenehmen Symptom leiden.

Das Essener Schwindel-Zentrum ist das Erste in Nordrhein-Westfalen (NRW). Es bietet seinen Patienten eine Reihe neuer Diagnostik- und Behandlungsverfahren an. Grundlage für die Behandlung ist eine ausführliche Anamnese – also die genaue Erfassung der bisherigen Krankengeschichte des Betroffenen.

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Jun 02

Das Seniorenzentrum Haus Jennepeter GmbH, „Haus des Lebens“ in Roetgen (Kreis Aachen) ist in wirtschaftliche Schieflage geraten.

Vor knapp 10 Jahren wurde es eröffnet und nun musste es beim Amtsgericht Insolvenz anmelden. Das heißt, die Einrichtung ist zahlungsunfähig. Natürlich bringt das große Besorgnis für Bewohner, deren Angehörige und die Mitarbeiter. Es ist aber davon auszugehen, dass sich für die Betroffenen nichts ändern wird. In der Regel geht der Betrieb insolventer Pflegeeinrichtungen für die Bewohner einfach weiter.

Der vorläufige Insolvenzverwalter, der Aachener Rechtsanwalt Carsten Lange bestätigte auch, dass „der Geschäftsbetrieb in voller Form aufrechterhalten bleibt.“

Die Mitarbeiter des Hauses Jennepeter wurden in einer Betriebsversammlung über diese Entwicklung informiert. Sie waren von dem wirtschaftlichen Schiefstand der Einrichtung, die im Ortszentrum von Roetgen liegt, sehr überrascht.

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Mai 28

Wenn ein Leistungsträger, z. B. die Krankenkasse eine Leistung verweigert, können Sie nach dem abgelehnten Widerspruch vor das Sozialgericht ziehen. Leider dauern Gerichtsverfahren oft recht lange und nicht immer geht es um Anträge, die lange aufgeschoben werden können.

Das Bundesverfassungsgericht hat in einem Urteil vom 25.02.2009 nun bekräftigt, dass der Kläger Anspruch auf den sogenannten Eilrechtsschutz hat, wenn ihm ansonsten schwere Nachteile drohen (Az: 1 BvR 120/09).
Wenn das Gericht im eilverfahren die Sachlage nicht vollständig aufklären kann, muss es anhand einer “Folgenabschätzung” entscheiden.

Dabei müssen die Grundrechte insbesondere das Recht der Menschenwürde, berücksichtigt werden. Je schwerer die Belastung des Betroffenen durch eine Rückstellung der Entscheidung seien, desto weniger dürfe diese erfolgen. Das heißt, dass ein Anspruch auf eine vorläufige Regelung besteht, wenn der tatsächliche Anspruch erst im später stattfindenden Hauptverfahren geklärt werden kann.

Dies ist in Artikel 19 Absatz 4 des Grundgesetzes (GG) geregelt:
Es besteht ein Anspruch auf vorläufigen Rechtsschutz, wenn ohne ihn schwere und unzumutbare, anders nicht abwendbare Nachteile für den Betroffenen entstehen, die durch das Hauptverfahren nicht mehr beseitigt werden können.

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Mrz 19

Die Techniker Krankenkasse hat ihre Broschüre „Depression – Eine Information für Patienten und Angehörige“ neu aufgelegt.

Depressionen zählen weltweit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Nach neueren Erhebungen durchleben 15 von 100 Frauen und 8 von 100 Männern innerhalb eines Jahres eine depressive Phase.
Viele Betroffene haben Angst, mit Angehörigen, Freunden oder einem Arzt über ihre Beschwerden zu sprechen. Sie scheuen deren Reaktion auf die Diagnose „psychische Erkrankung“.

Schuld daran ist oft auch mangelndes Wissen, was eine Depression eigentlich ist, woher sie kommt und wie sie behandelt werden kann.
Wichtig ist: Depressionen lassen sich behandeln, besonders wenn sie frühzeitig erkannt werden. Nach Abklingen der Depression bleiben meist keine Symptome oder Veränderungen der Persönlichkeit zurück. Der von einer Depression Genesene ist in der Regel wieder „ganz der Alte“.

Die TK-Broschüre vermittelt Erkrankten und Angehörigen den aktuellen Stand des Wissens über

  • Anzeichen einer Depression
  • Häufigkeit von Depressionen
  • Ursachen und Entstehung von Depressionen
  • Formen und möglicher Verlauf von Depressionen
  • das erste Gespräch beim Arzt
  • Behandlungsmöglichkeiten

Sie erfahren, was Angehörige wissen sollten und was Sie tun können. Nach der Lektüre werden Sie mehr über die Erkrankungen wissen und die Fragen und Erklärungen Ihres Arztes besser verstehen.

Sie können die Broschüre HIER kostenlos herunterladen.

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Mrz 06

Diesen Beitrag poste ich vor allem aus Gründen der Fairness. Da ich HIER auf die Studie über Arztbewertungsportale hingewiesen habe, will ich es nicht versäumen, “Betroffene” zu Wort kommen zu lassen. Zwar beginnt der Beitrag mit einem abgewandelten Zitat, denn ich kenne das so: “Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast”, aber nun gut…

Insgesamt ist die Argumentation durchaus schlüssig – also, lesen und sich selbst ein Bild machen… ;-)

“Traue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast” – diese alte Statistiker-Weisheit scheint die Stiftung Gesundheit beherzigt zu haben, als sie gestern mit einer “Beobachtung von Arztbewertungsportalen im deutschsprachigen Internet” an die Öffentlichkeit trat.

Ein betroffenes Bewertungsportal, die DocInsider GmbH sieht das Problem der Studie darin, dass sie auf einer Hochrechnung basiert.
Es seien 10 PLZ-Regionen analysiert worden, in denen 1.740 der 370.000 tatsächlich bei DocInsider verzeichneten Heilberufler tätig sind – das sind gerade einmal 0,47 %.
Die Repräsentativität der ausgewählten PLZ-Gebiete müsse daher stark angezweifelt werden. Denn die aktivsten Nutzer im Internet kämen aus Großstädten und Ballungsgebieten. Schwerpunkte würden die beiden Metropolen Hamburg und Berlin bilden.

Es sei also unmöglich, aus einem so geringen Grundbestand die Gesamtheit zu ermitteln. Um zu verstehen, dass es sinnlos sei, aus 0,47 % auf die Gesamtheit zu schließen, hätte der Stiftung ein Blick in Wikipedia gereicht: “Um eine möglichst präzise Hochrechnung zu erhalten, muss das verwendete Teilergebnis alle denkbaren Aspekte berücksichtigen und hierbei zahlenmäßig groß genug sein.” Dies sei erkennbar nicht der Fall.

Hätte die Stiftung die 10 aktivsten PLZ-Gebiete hochgerechnet, wären für DocInsider mehr als 100.000 Bewertungen herausgekommen. Das wäre auch falsch. Richtig sei eben nur die tatsächliche Zahl: 11.182.

Die DocInsider GmbH hat gestern rechtliche Schritte gegen die Stiftung eingeleitet.

Weitere Infos erhalten Sie HIER.

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Dez 06

Im Umgang mit Demenzkranken gibt es keine Patentrezepte. Einige Grundsätze lassen sich aber für jeden Betroffenen festlegen:

  1. Die Körperpflege des Kranken ist nicht an eine bestimmte Zeit gebunden. Handeln Sie nach den Vorlieben des Betroffenen.
  2. Nutzen Sie die vorhandenen Fähigkeiten und fördern Sie diese, so lange wie möglich. Denn das Maß an Selbstständigkeit Ihres Angehörigen hat wesentliche Auswirkungen auf dessen Lebensqualität.
  3. Achten Sie auf eine ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr. Demenzkranke können besser mit vielen kleinen Mahlzeiten, Essen im Gehen und mit den Händen statt Besteck, umgehen, als mit dem „üblichen“ Mahlzeitenritualen, wie wir sie kennen.
  4. Lassen Sie Ihrem Angehörigen seine eigenen „Rituale“, auch wenn diese sehr zeitraubend sind und unpraktisch wirken.
  5. Sorgen Sie für feste Abläufe, klare Strukturen und zeitgleiche Tagesabläufe das gibt Ihrem Angehörigen Sicherheit.
  6. Sprechen Sie in kurzen, klaren Sätzen, flüstern Sie nicht.
  7. Achten Sie unbedingt auf gleiche Augenhöhe.
  8. Stellen Sie möglichst keine „offenen“ Fragen und wiederholen Sie Erklärungen mehrmals.
  9. Wenden Sie „nonverbale“ Kommunikation (Mimik, Gestik) an, wenn Sie spüren, dass Ihr Angehöriger nicht mehr verbal erreichbar ist.
  10. Strahlen Sie Ruhe und Geduld aus und vermeiden Sie es, Stress zu verursachen.
  11. Vermeiden Sie im Badezimmer Gegenstände, die mit einer Toilette verwechselt werden könnten, z.B. Eimer und Körbe.
  12. Wenn möglich, berücksichtigen Sie die persönlichen Gewohnheiten bei allen Aktivitäten.
  13. Versuchen Sie immer, geduldig und kreativ zu sein. Vorgehensweisen, die gestern noch erfolgreich waren, funktionieren heute vielleicht schon nicht mehr – seien Sie also nachsichtig und flexibel.
  14. Nehmen Sie ablehnendes Verhalten und auch Wutausbrüche nicht persönlich, sie drücken nur die unbeschreibliche Unsicherheit Ihres Angehörigen aus und sind zumeist nur kurzfristig.
  15. Üben Sie niemals Druck auf den Demenzkranken aus!

Den 1. Teil der Tipps finden Sie HIER.

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Dez 05

Ab dem 1. Januar 2008 haben behinderte Menschen Anspruch auf ein Persönliches Budget (dazu finden Sie HIER einen weiteren Artikel.).
Mit dieser neuen Leistungsform wird das bisher bestehende Dreiecksverhältnis zwischen Leistungsträger, Leistungsempfänger und Leistungserbringer aufgelöst.
Bisher fest definierte Dienst- und Sachleistungen werden also durch Barleistungen an die Betroffenen ersetzt. Mit diesem Geld können die behinderten Menschen sich dann eigenverantwortlich für individuelle Unterstützungsleistungen entscheiden.

Sie werden zu Kunden, Käufern und sind nicht mehr nur Leistungsempfänger. Neben klassischen Leistungen zur Teilhabe können auch Leistungen der Pflegeversicherung und Leistungen der Hilfe zur Pflege der Sozialhilfeträger einbezogen werden.

Auf der Homepage des Bundesministeriums sind nun die wichtigsten Fragen und Antworten zur neuen Leistungsart, ein Film zum Persönlichen Budget in Gebärdensprache und weitere kostenlose Publikationen zu diesem Thema eingestellt.

Sie können unter: www.budget.bmas.de – Publikationen auch eine kostenlose Broschüre bestellen.

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Dez 04

Wenn die geistige Leistungsfähigkeit zunehmend abbaut, spricht man von einer „demenziellen Entwicklung“. Die Erkrankung wird als ein „chronisch verlaufendes, erworbenes Intelligenzdefizit mit der Folge des totalen geistigen Verfalls“ definiert.


Die Betroffenen klagen anfangs über zunehmende Vergesslichkeit, depressive Verstimmung, allgemeine Lustlosigkeit und Schlafstörungen.

Den Angehörigen fallen aber häufig schon wesentlich mehr Veränderungen auf:

  • Ausgeprägte Gedächtnisstörungen, besonders bezüglich des Kurzzeitgedächtnisses,
  • Abnahme der kognitiven Fähigkeiten und des Urteilsvermögens,
  • Verhaltens- und Wesensänderung,
  • Vergröberung des Sozialverhaltens mit Minderung der Affektkontrolle,
  • Umtriebigkeit und Verwirrtheitszustände,
  • starkes Nachlassen der Körperhygiene bis zur Urin- und Stuhlinkontinenz.

So früh wie möglich sollte nach möglicherweise behandelbaren Ursachen geforscht werden. Hierzu gehören unter anderem eine akute, schwere Herzinsuffizienz mit mangelhafter Sauerstoffversorgung, ein schlecht eingestellter Diabetes, chronischer Vitamin B1–Mangel, Drucksteigerung im Hirn durch eine Einblutung oder die relativ häufige Ausweitung der Ventrikel durch ein Überangebot von Liquor. Hier kann eine frühzeitig einsetzende Therapie die daraus resultierende Hirnschädigung minimieren.


Konkrete Lösungen für einen angemessenen Umgang mit einem Demenzerkrankten sind immer nur im Einzelfall zu finden. Es gibt aber einige Grundregeln, die sich bestens bewährt haben:

  1. Informieren Sie sich gründlich über die Demenzkrankheit. Dieses Wissen vermittelt Ihnen Sicherheit und schützt Sie vor allem davor, Unmögliches von dem Betroffenen und sich selbst zu verlangen.
  2. Versuchen Sie nicht, den Betroffenen zu ändern oder ihn mit Argumenten zu überzeugen. Ein Demenzkranker folgt einer anderen Logik als Sie selbst.
  3. Halten Sie die Selbständigkeit des Betroffenen so weit wie möglich aufrecht. Sie ist entscheidend für sein Selbstwertgefühl.
  4. Sichern Sie Gefahrenquellen, z. B. Gas- und Elektrogeräte, Treppen, Sanitäreinrichtungen usw..
  5. Behalten Sie nach Möglichkeit die Gewohnheiten des Betroffenen bei, vertraute Menschen und Dinge aus der Vergangenheit sind für ihn vor allem am Anfang der Erkrankung sehr wichtig.
  6. Sorgen Sie für einen gleichbleibenden Tagesablauf.
  7. Bieten Sie durch Orientierungshilfen, z. B. klare Hinweisschilder, (Symbole sind besser als Beschriftung), farbige Kennzeichnungen, gut ablesbare Uhren, große Tafeln für wichtige Mitteilungen und eine ausreichende, nächtliche Beleuchtung, für Sicherheit.
  8. Finden Sie so schnell wie möglich die noch vorhandenen Ressourcen, d.h. die Persönlichkeitsbereiche und Fähigkeiten des Betroffenen, die von der Krankheit bislang verschont geblieben sind, heraus.
  9. Arbeiten Sie mit Blicken, Gesten und auch Berührungen. Gemeinsames Singen oder spazieren gehen sind Kontaktmittel, besonders dann, wenn die Möglichkeit zur sprachlichen Verständigung immer problematischer wird. Die meisten Demenzkranken reagieren auf ein Streicheln der Hände mit einem Lächeln.
  10. Sollte es zu Konfliktsituationen kommen, lenken Sie den Kranken ab oder wenden Sie sich ihm besonders zu.
  11. Vermeiden Sie sinnlose Wortgefechte und versuchen Sie nicht, an die zumeist nur noch bruchstückhaft vorhandene Vernunft zu appellieren.
  12. Versuchen Sie auf jeden Fall, gelassen auf Ängstlichkeit und Hinterherlaufen und auch auf Aggressivität zu reagieren. Dieses Verhalten ist eine Folge der fortschreitenden Ratlosigkeit und Verunsicherung des Kranken.

Vergessen Sie sich selbst nicht
Die Pflege und Betreuung von Demenzkranken ist außerordentlich kräftezehrend. Sorgen Sie dafür, dass Sie Erholungspausen haben, indem Sie eine weitere Bezugsperson einbeziehen. Es ist kein Eingeständnis Ihrer Schwäche, wenn Sie sich bei Bedarf Hilfe holen, sondern vielmehr sehr professioneller Umgang mit Dementen.

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