Beratung bei Pflegebedürftigkeit und Hilfe im Widerspruchsverfahren

Häusliche Pflege und Arbeitslosengeld II (Hartz IV)

AchtungWenn eine nahestehende Person pflegebedürftig wird, ist das für viele Angehörige eine Selbstverständlichkeit, die Pflege zu übernehmen, um dem Pflegebedürftigen den Umzug in ein Pflegeheim zu ersparen. Nicht alle, die sich für diesen Schritt entscheiden, sind jedoch in der Lage, in dieser Pflegezeit ohne jedes Einkommen zu überleben. Je nach Pflegeaufwand, Wohnort und Wohn- und Arbeitsort der Pflegeperson, sowie deren beruflichem Hintergrund muss auch der Beruf aufgegeben werden.

Für arbeitsfähige Personen besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, während der Pflege eines Angehörigen Hartz IV zu beziehen, ohne ständigen Sanktionen ausgesetzt zu sein. Dazu gibt es eine zeitliche Staffelung, nach der die Pflegetätigkeit bei der Vermittlung in eine Arbeitsstelle oder dem Verzicht der Arbeitsagentur auf Vermittlung, angerechnet werden muss.

Die Grundvoraussetzung für die Berücksichtigung der Pflege ist jedoch, dass die Pflege des Angehörigen nicht anderweitig sicher gestellt werden kann. Nachfolgend erfahren Sie, wie die „zumutbare Arbeit für pflegende Angehörige“ berechnet wird:

  • Pflegestufe 1: der pflegende Angehörige kann aus Sicht der Arbeitsagentur einer Vollzeitbeschäftigung (Stellenumfang 100 %) nachgehen.
  • Pflegestufe 2: hier beträgt die zumutbare Arbeitszeit in einem Arbeitsverhältnis für die Pflegeperson 6 Stunden täglich. Das entspricht bei einer 38,5-Stundenwoche einem Stellenanteil von ca.  78 %.
  • Pflegestufe 3: bei dieser Pflegestufe hält auch die Bundesagentur eine berufliche Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Die Pflegeperson muss sich dann nur einmal im Jahr melden und wird ansonsten in Ruhe gelassen.

 

Wenn Sie Fragen zum Widerspruch, zur Pflegeeinstufung, zur Organisation der häuslichen Pflege, zum Umgang mit Ihrem demenzerkrankten Angehörigen, zu Ihrer Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung oder anderen pflegerelevanten Themen haben, kann ich Ihnen bestimmt helfen. Ich berate Sie professionell und kostengünstig.
Also, sprechen Sie mich bitte an!

34 Kommentare

  1. Charlotte Charlotte
    27. März 2014    

    Ein sehr informativer Artikel. Es ist schon wichtig, dass die häusliche Pflege von Familienangehörigen geleistet wird, aber dadurch darf die finanzielle Situation nicht leiden, denn man muss ja auch von irgend etwas leben können.

    • 9. August 2014    

      Aber in vielen Fällen führt die Pflege eines Angehörigen zu weniger Einkommen und die finanzielle Situation leidet.
      Wichtig wäre für pflegende Angehörige eine Lobby, wie einige Wirtschaftsunternehmen sie haben. Die setzen beim Gesetzgeber beinahe mühelos ihre Interessen durch (aktuelles Beispiel: die Gesetzesänderung bzgl. der Verzinsung von Lebensversicherungen).

  2. lin lin
    9. August 2014    

    wie ist es, wenn man pflegestufe null aufgrund einer psychischen krankheit bekommt?
    mein lebensgefährte kann mich nicht alleine lassen, weil ich dann wegrenne und mich verlaufe, weil ich mich selbst verletze etc.
    können die trotzdem von ihm verlangen, 100% zu arbeiten?

    • 9. August 2014    

      Hallo Lin,
      wenn sie es bei der Pflegestufe I können, können sie es bei der Pflegestufe 0 auch.
      Es gibt doch auch Möglichkeiten, Sie während der Arbeitszeit Ihres Lebensgefährten bspw. in der Tagespflege oder durch ein anmbulant betreutes Wohnen im Rahmen der Eingliederungshilfe zu versorgen.

      Gute Informationen zu ALG II erhalten Sie auf der Seite http://www.tacheles-sozialhilfe.de

  3. Oktay Oktay
    18. September 2014    

    Hallo habe 2. kinder 4&5 und lebe seid 5 mon. Von hatz 4 nebenbei pflege ich noch meinen frau (stufe3) für wie vil std muß ich für arbeitsmarkt vefügbar sein oder kan jobcenter mich komplet befreien?
    Danke mich vorauß

    • 18. September 2014    

      Hallo,
      wenn Sie oben bitte noch einmal nachlesen: „Pflegestufe 3: bei dieser Pflegestufe hält auch die Bundesagentur eine berufliche Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Die Pflegeperson muss sich dann nur einmal im Jahr melden und wird ansonsten in Ruhe gelassen.“
      Am besten nehmen Sie mal den Pflegestufenbescheid und sprechen Ihren Sachbearbeiter an.
      Viel Erfolg!

      PS.: Wenn das nicht klappt, erhalten Sie auf der Seite http://www.tacheles-sozialhilfe.de gute Informationen und Unterstützung zu ALG II

  4. sascha sascha
    28. Oktober 2014    

    Hallo ich Pflege meinen opa Pflege stufe 1 und meinen Vater Pflegestufe 2 jetzt möchte ich weil ich kaum über die runden komme Harz 4 beziehen wie viel stunden stehe ich da dem Arbeitsmarkt zur Verfügung ?lg Sascha

    • 28. Oktober 2014    

      Hallo Sasche,
      ich befürchte, dass die Agentur für Arbeit nach der höheren Pflegestufe geht. Das wäre die Pfelegstufe II. Da heißt es: „hier beträgt die zumutbare Arbeitszeit in einem Arbeitsverhältnis für die Pflegeperson 6 Stunden täglich.“
      Ich denke, da sollten Sie mal bei einem Verein, der sich mit Hartz IV beschäftigt nachfragen. die können Ihnen sicher eine Auskunft geben. Vielleicht kann Ihnen auch auf dieser Seite eine entsprechende Auskunft gegeben werden: http://www.tacheles-sozialhilfe.de
      Viel Erfolg!

  5. Naddel Naddel
    10. Januar 2015    

    Hallo, wir beziehen ergänzend ALGII mein Mann geht arbeiten /Vollzeit ich bin Mutter von 4 Kindern 3 davon mit Behinderung sowie Pflegestufe 1 .

    Die Grosse geht in die Schule ( Kinder mit Behinderung) hat PS1 ist 70% behindert und H (Hilflos) wird mit mittags aus der schule nach hause gebracht

    Das mittlere geht in den Kita ist 50% behindert (H) PS1

    Die kleine ist 70% behindert und hat einen schweren Herzfehler sowie weitere Baustellen.
    Geht in die Kita als I-Kind bis mittags

    Das vierte Kind ist gesund.kommt in die Schule

    Ich pflege meine 3 Kinder selber , alle 3 haben PS1 dazu kommen noch alle Termine jeder der 3 haben jede woche Therapien Logo,Ergo sowie Frühförderung

    Ich trete die kommende woche meinen bereits 2 Krankenhausaufenthalt in diesem Jahr an. Meine Kiddies wechslen sich aufgrund von hoher infektanfälligkeit gut ab und so ist ständig jemand krank oder wir sind im Krankenhaus.

    Nun ist die Elternzeit mit der kleinsten rum und die Arge möchte mit mir eine Eingliederungsvereinbarung treffen.

    Nun meine Frage bei 10 festen Terminen pro woche(plus noch die termine wenn etwas dazu kommt ) und einen Vollzeit berufstätigen mann und 3 pflegebedürftigen Kindern inwieweit ist das zumutbar?

    • 10. Januar 2015    

      Hallo,
      das ist eine schwierige Lebenssituation für Sie und Ihre Familie.
      Ich denke, die ARGE will Sie in eine Teilzeitstelle eingliedern.
      Ich bin in dem Bereich nicht so versiert. Vielleicht wenden Sie sich mal an die Leute von http://www.tacheles-sozialhilfe.de
      Da gibt es Menschen, die sich mit der ARGE sehr gut auskennen, zum Teil selber Hartz IV beziehen und auch gerne weiter helfen.
      Viel Erfolg!

  6. Sabrina Sabrina
    13. Januar 2015    

    Hallo,
    meine Mutter hat Pflegestufe 1 was viel zu wenig ist.
    Meine Mutter hat A typisches Parkinson und ist zu 100% Behindert. Sie kann nicht alleine auf die Toillette (ich muss alleine Nachts 3 Mal aufstehen) Sie kann sich nicht alleine die Zähne putzen, sich nicht alleine anziehen. Sie kann sich nichts zu essen machen und ich muss sie füttern. Da ihr rechter Arm komplett durch eine Spasstik verkrüpelt ist und sie mit Links auch keine Feinmotorik hat. Ich hab bisher immer gearbeitet aber jetzt geht das einfach nicht mehr. Jedes mal wenn ich nach Hause komme ist sie gestürzt.
    Ich kämpfe jetzt um Pflegestufe 2 aber wie man es ja kennt ist es schwer.

    Heisst es also das mir überhaupt kein Hartz 4 zusteht?
    Vielen Dank für Ihren Rat.

    • 17. Januar 2015    

      Hallo Sabrina,
      meines Wissens hat sich an der in diesem Artikel erläuterten Richtlinie bisher nichts geändert.
      Viele Grüße!

  7. anna herz anna herz
    20. Januar 2015    

    Hallo hab eine späziele frage ich bin ps2 und möchte wiesen ob meine Pflegeperson harz4 bekommen könnte weil er mich pflegt er hat kein Einkommen und er ist Ausländer ich bekomme grundsichherung

    • 21. Januar 2015    

      Hallo Anna,
      die Antwort steht oben im Artikel: Bei Pflegestufe 2 beträgt die zumutbare Arbeitszeit in einem Arbeitsverhältnis für die Pflegeperson maximal 6 Stunden täglich. In diesem Rahmen müsste Ihre Pflegeperson bereit sein, zu arbeiten.

      Gute Informationen zu ALG II erhalten Sie auf http://www.tacheles-sozialhilfe.de

      • anna herz anna herz
        21. Januar 2015    

        Ja schon klar aber die ARGE wollte ihm kein harz4 zugesteehen

  8. CJB CJB
    26. Januar 2015    

    Guten Tag,

    leider kann man das, was hier in diesem Artikel steht, als Halbwahrheiten und Gerüchte bezeichnen. „Ein Blick in das Gesetz erhöht die Rechtskenntnis“ ist ein alter Spruch unter Juristen, also blicken wir doch einmal in § 10 SGB II (http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbii/10.html).
    Wichtig ist hier der Absatz 1, Nummern 4 und 5.

    In Nummer 4 heißt es: „(es sei denn, daß) die Ausübung der Arbeit mit der Pflege einer oder eines Angehörigen nicht vereinbar wäre und die Pflege nicht auf andere Weise sichergestellt werden kann.

    In Nummer 5: „(es sei denn, daß) der Ausübung der Arbeit ein sonstiger wichtiger Grund entgegensteht.“

    Von Pflegestufen und irgendwelchen Abstufungen keine Rede. Diese finden sich in den fachlichen Weisungen der „Arbeitsagentur“, hier heißt es bei Pflegestufe eins: „In der Regel Vollzeit (man beachte „in der Regel!“), bei Pflegestufe 2: „Bis zu 6 Stunden pro Tag („bis zu!).

    Aber auch hier muß man ganz bis zum Ende lesen, denn im Abschnitt 2.4 heißt nach der tagelle auf Seite 8 zum Beispiel:
    „Bei Pflegestufe I bis III können sich aus der Pflege Einschränkungen hinsichtlich Dauer, Lage und Verteilung der Arbeitszeit ergeben.“
    oder auch:
    „Bei erheblicher Pflegebedürftigkeit (Stufe I) ist die Pflegetätigkeit in der Regel, allerdings
    unter Berücksichtigung der tageszeitlichen Verteilung, mit einer Vollzeittätigkeit vereinbar.“
    oder auch:
    „Soweit die Pflege des Angehörigen auf andere Weise sichergestellt werden kann, ist eine Arbeit in einem angemessenen zeitlichen Rahmen zumutbar.“
    Und auch:
    „Sofern aus Sicht des Pflegebedürftigen aufgrund einer intimen Pflegeverrichtung nur der/die Leistungsberechtigte dies übernehmen kann, ist dies bei der generellen Zumutbarkeit bzw.
    dem zeitlichen Umfang für eine Tätigkeit zu berücksichtigen.“
    Und auch:
    „Einschränkungen können sich aber auch aus einem Betreuungsaufwand ergeben, für den die Pflegeversicherung nicht eintritt.“
    Und auch:
    „Eine Ausnahmeregelung kann auch notwendig sein, wenn der Pflegebedarf nicht täglich, sondern schubweise auftritt. Hier ist eine einzelfallbezogene Ermessensentscheidung zu treffen.“
    Diese Zitate stammen allesamt wie gesagt aus den Fachlichen Hinweisen zu § 10 SGB II, und wie man nun gemerkt haben sollte, besteht ungefähr ein Drittel dieser Hinweise aus Einschränkungen und Relativierungen.

    Sich darauf zu beschränken, nur die Randziffer 10.18 zu zitieren und die darin enthaltene Tabelle, so wie es auch die Schergen in den „Jobcentern“ permanent tun, greift also eindeutig zu kurz. Selbst die „Arbeitsagentur“ sieht die Angelegenheit wesentlich differenzierter, und diese differenzierte Auffassung in der Gesamtschau stellt die Richtschnur für die „Jobcenter“ dar, nicht alleine die tabellarische Auflistung von Normalfällen.

    Normalfälle gibt es in der Pflege eigentlich nicht, das sollte auch bei den „Jobcentern“ bekannt und anerkannt sein. – Nur leider hat man dort grundsätzlich ein Problem damit, die Wirklichkeit anzuerkennen.

    – Also – bitte die Sache gründlich und differenziert betrachten, Halbwahrheiten helfen niemandem weiter und spielen nur den Unterdrückern in den „Jobcentern“ in die Hände, denn deren erstes Ziel ist es, Einsparungen durch das Verhängen von „Sanktionen“ (= Leistungsvorenthaltung/Leistungsbetrug) zu erzielen.

    • 26. Januar 2015    

      Hallo CJB,
      zunächst einmal haben Sie Recht: wer lesen kann (und es dann auch tut) ist klar im Vorteil.
      Denn in diesem Artikel werden sehr wohl zutreffende Sachverhalte dargestellt. Bei der Erläuterung zur Pflegestufe II steht bspw. „zumutbar“. Wer der deutschen Sprache mächtig ist, wird erkennen, dass es sich hier um das Maximum der möglichen Arbeitszeit handelt.

      Der Artikel verbreitet insofern keine „Halbwahrheit“ sondern gibt eine Grundinformation, die dazu anregen soll, sich selbst weiter zu informieren und sich nicht „abspeisen“ zu lassen.
      Hier wird auch keineswegs der Anspruch erhoben, „vollkommen“ über den Sachverhalt Hartz IV aufzuklären. Es wird eine grundlegende Information gegeben, nämlich, dass die Pflege eines Angehörigen auch von der Arbeitsagentur berücksichtigt werden muss, und dass es dabei maximal zumutbare Arbeitszeiten für den Hilfesuchenden gibt.

      Mehr kann ein Blog – der sich im Übrigen schwerpunktmäßig mit Pflege und nicht mit ALG II beschäftigt – wohl nicht leisten. Letztlich ist jeder selbst dafür verantwortlich, die für ihn zutreffende Regelung mit der Arbeitsagentur zu treffen.

      Wenn Sie auch die Kommentare gelesen hätten, hätten Sie gesehen, dass ich zur Klärung individueller Angelegenheiten stets auf ein Fachforum, das sich mit dem ALG-Bezug beschäftigt verweise. Aus gutem Grund: dieser Blog beschäftigt sich mit der Pflegeversicherung.

      Ihre Auslegung in Ihrem Kommentar ist m. E. eher verwirrend und dadurch auch nicht wirklich hilfreich. Sehr gut herauslesen kann man jedoch Ihre Frustration im Umgang mit der Arbeitsagentur. Ich bitte Sie, diese Frustration nicht hier auszuleben.

    • Dieter J. Dieter J.
      27. Januar 2015    

      Also bitte, Herr Anonymus,
      seien sie mal was freundlicher. Ihr Kommentar ist unverschämt. Frau Bohnes bietet hier einen hochwertigen Service an. Da muss sie sich nicht von ihnen anpöbeln lassen!
      Dieter

      • 27. Januar 2015    

        Hallo Herr J.,
        danke für Ihr „beispringen“. Ich freue mich jedoch am meisten, nochmal etwas von Ihnen zu hören. Obwohl, nichts zu hören ist ja auch ein gutes Zeichen. 😉
        LG Heike Bohnes

  9. CJB CJB
    26. Januar 2015    

    Sehr geehrte Frau Bohnes,

    leider widersprechen Sie ihren eigenen Darlegungen. Sie selber teilen hier: http://thema-pflege.de/2014/01/angehoerigen-pflegen-und-arbeitslos-sein/ mit, es gäbe „konkrete Vorgaben“. In der Antwort auf meinen Eintrag sprechen Sie jedoch davon, daß es maximal zumutbare Arbeitszeiten gäbe, also Spielraum gegeben sei. In ihrem Artikel ist vom Maxima aber nicht die Rede – Zitat: „Pflegestufe 2: hier beträgt die zumutbare Arbeitszeit in einem Arbeitsverhältnis für die Pflegeperson 6 Stunden täglich.“ Das ist abschließend formuliert und läßt für die Vermutung eines Spielraums keinen Raum.

    Weil sich, wie ich dargelegt habe, eine solche Regelung weder im Gesetz findet, noch in den Ausführungsbestimmungen der „Agentur für Arbeit“, ist diese AUssage: „hier beträgt die zumutbare Arbeitszeit in einem Arbeitsverhältnis für die Pflegeperson 6 Stunden täglich“ eben nicht die ganze Wahrheit, weil es eine solche Regelung nicht gibt. Wer dies nicht weiß, wird sehr schlechte Karten haben, wenn er darüber eine wie auch immer geartete Verhandlung führen möchte.

    Und wenn Sie der Userin Naddel antworten „Ich denke, die ARGE will Sie in eine Teilzeitstelle eingliedern.“, so ist das wahrscheinlich sogar richtig, denn die sind so skrupellos. Doch bereits bei der Schilderung von Naddel – drei Kinder mit Pflegestufe 1 – sagt schon der gesunde Menschenverstand, daß dies nie realistisch, wünschenswert oder rechtlich erlaubt sein kann. Und ich wollte mit meinen Ausführungen darauf hinweisen, daß dieser Menschenverstand, im Gegensatz dazu, was sonst üblicherweise zu diesem Thema verbreitet wird, sogar in den Ausführungsbestimmungen enthalten ist. – Im Übrigen ist dies auch ein Ausdruck der Bestimmungen des Artikels 6 Grundgesetz (GG), dessen Absatz 1 lautet: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.“ Naddel kann an dieser Stelle auch gleich weiterlesen, denn in Art. 6 GG, Absatz 2 heißt es: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“ Daran kommt auch die Arbeitslosenerziehungsbehörde nicht vorbei.

    Im übrigen lege ich hier nichts aus, sondern ich verweise nur auf die unzweifelhaften Inhalte der Quellen, auf die ich verwiesen habe. Was daran verwirrend sein soll, erschließt sich mir nicht. Die Materie ist nun einmal nicht mit „1 plus 2 gleich 3“ abzuhandeln. Wenn in den „Jobcentern“ keine Bereitschaft besteht, die Lebenssachverhalte differenziert zu betrachten, wie es von ihnen verlangt ist, ist es doch sicher für die Betroffenen hilfreich, selber hinter die Dinge blicken und der Gegenseite informiert und in bestimmtem Sinne mündig gegenübertreten zu können.

    Warum Sie sich darüber aufregen, wundert mich doch.

    • 27. Januar 2015    

      Hallo CJB,
      ich rege mich keineswegs auf. Würde ich das tun, würde ich Ihre Beiträge einfach nicht freischalten. Diese Möglichkeit habe ich als Betreiberin dieser Seite ja zweifelsohne.

      Ich lasse mir aber – auch wenn ich Ihren Beitrag im Sinne einer fruchtbaren Diskussion freischalte – nicht unterstellen, „Halbwahrheiten und Gerüchte“ zu verbreiten.

      Sicher könnten wir uns darüber trefflich streiten, ob eine „zumutbare Arbeitszeit von 6 Stunden„, wie es im Gesetz steht, eine konkrete Aussage ist, oder nicht. Es lässt sich auch darüber philosophieren, was denn überhaupt konkret ist, sowie wann und für wen. Ich habe aber weder die Zeit, noch die Lust dazu.

      Ich stehe Korrekturen und Kritik an Beiträgen in diesem Blog offen gegenüber. Niemand kann alles wissen oder ist zu 100 % frei von Fehlern.
      Allein, der Ton macht die Musik und ist auch für das Echo verantwortlich. Ihr Ton in Ihrem ersten Beitrag war – und offensichtlich hatte nicht nur ich den Eindruck – despektierlich und in der Sache nicht hilfreich.
      Ich finde Ihren zweiten Beitrag viel nachvollziehbarer, als Ihr erstes Posting.

      Sicher ist ihr umfangreiches Wissen zum Thema Hartz IV in Verbindung mit Pflege hilfreich. Allerdings sollten Sie damit konstruktiv umgehen, anstatt direkt anzugreifen und um sich zu schlagen.
      Glauben Sie mir, auch ich finde im Netz viele falsche Informationen zum Thema Pflegeversicherung. Hier kenne ich mich nun einmal sehr gut aus. Ich würde allerdings niemals jemanden, der unabsichtlich eine unvollständige oder sogar falsche Information zum Thema Pflegeversicherung weiter gibt, derart unangemessen angreifen, wie Sie es hier getan haben.

      Ich hoffe, dass diese Diskussion nun ein Ende hat. Sie haben Ihre Informationen weiter gegeben. Diese können hier nachvollzogen werden. Damit sollte Ihrem Anliegen genüge getan sein.

    • yassmin yassmin
      30. Juli 2015    

      Hallo CJB!!!

      Da ich sehe das sie sich sehr gut auskennen, hoffe ich doch bitte auf ihre hilfe !ich habe nämlich grad so ein problem. Ich habe gar kein einkommen und kümmer mich um meime mutter die pflegestufe 2 hat . Allerdings brauche ich auch etwas geld um um die kurve zukomme . Leben tu ich nicht hier bei mutter,sondern bei papa . Von den 400 euro pflegegeld habe ich kaum was . Meine frage jetzt was kann ich tun ? Der zustand meiner mama ist nicht so gut das ich einfach 5 std aus dem haus kann. Wie kann ich fortgehen muss unterstützung vom staat zubekommen? Ich weiß echt nicht weiter und kann mir kaum was leisten.

      Hoffe sie können mir weiterhelfen!

      Lg yassmin

      • K. H. K. H.
        4. August 2015    

        Einfach mal genau nachlesen yassmin.
        Der nächste Beitrag und der vorherige geben umfassende Auskunft. Aber selber denken muss man schon.

  10. CJB CJB
    27. Januar 2015    

    Für diejenigen Leserinnen und Leser, denen meine Beiträge zu lang sind und unser Scharmützel zu fern liegt, hier noch einmal die Kurzfassung:

    Für das Thema Arbeitsbereitschaft oder -pflicht bei Häuslicher Pflege und Bezug von ALG II sind drei Dinge wichtig zu wissen.

    Erstens
    Strikte, starre Grenzen bei den Pflegestufen 0 bis 3 gibt es nicht. Entsprechende Gerüchte halten sich jedoch sowohl außerhalb als auch innerhalb von Arbeitsagenturen und „Jobcentern“. Dort vermutlich, weil man sich vermeidbare Arbeit sparen möchte.

    Zweitens die gesetzliche Vorschrift.
    Zu finden in § 10 SGB II, Absatz 1, Ziffer 4 und eventuell auch Ziffer 5.
    Sichere Quelle dafür, weil ständig aktuell gehalten, ist dejure.org:
    http://dejure.org/gesetze/SGB_II/10.html
    Das Gesetz formuliert allgemein, ohne Erwähnung irgendeiner Staffelung.

    Drittens die Ausführungsanweisungen der Arbeitsagentur
    Die meisten davon werden im Internet veröffentlicht. Einfach als Suchbegriffe „fachliche Hinweise § 10 SGB II“ eingeben und herunterladen. Dann kann man sie den Leuten beim „Jobcenter“ unter die Nase reiben.
    In den Ausführungsanweisungen gibt es zwar eine Tabelle, in der die ominösen Abstufungen auftauchen, der erläuternde Text steckt aber voller Einschränkungen und Relativierungen. Diese sind von den „Jobcentern“ natürlich bei einer Entscheidung zu berücksichtigen.

    • 27. Januar 2015    

      Danke.

      PS.: Kurze Anmerkungen „starre Grenzen bei den Pflegestufen 0 bis 3“ gibt es in dem Sinne auch nicht. 😉

      • CJB CJB
        27. Januar 2015    

        Gut, eventuell mißverständlich ausgedrückt. Ich meine, wie eingangs gesagt, die Seite der Arbeitspflicht (oder wie man es nennen möchte). Aber das gilt natürlich auch für die Pflegestufen selber – ein Argument mehr gegen die regelmäßige, pauschale Auffassung der anderen Seite. Allerdings stellen die sich darin erfahrungsgemäß dumm. – Saudumm. (Das mußte nun sein- Gute Nacht – Schlafenszeit für Pflegling und Pfleger.)

  11. Labryslady Labryslady
    5. März 2015    

    Ich pflege meine demente Mutter und soll auch Vollzeit arbeiten, weil sie nur Pflegestufe I hat. Dass sie aber wegen Osteoporose und offenem Bein nachts schmerzen hat und ich keine Nacht richtig durchschlafe und diesen Schlaf dann unter tags nachhole, dass ich meine Mutter nicht alleine lassen kann, weil sie sonst in der ganzen Wohnung die Wasserhähne auf- und nicht wieder zudreht oder sich nackig auszieht und sich in die Dusche stellt, weil sie meint sich duschen zu müssen, obwohl das brandgefährlich ist, weil sie so oft stürzt, oder dass sie auf mich als Pflegeperson fixiert ist und schon mal im KH gelandet ist, weil sie, als ich selbst im KH war, bei der fremden Pflegeperson die Nahrung verweigert hat und als ich wieder heim kam total abgemagert und dehydriert war, – das interessiert das JC natürlich nicht, trotz Atteste vom Hausarzt und Krankenhaus.
    Aber, wenn es wirklich einen Chef gibt, der so blöd ist, mich in meiner häuslichen Situation einstellen zu wollen, kein Problem, nach ein- zwei Wochen hab ich dann sowieso burn out und bin den Job dann eh wieder los und steh beim JC wieder auf der Matte. Warum kann man, verdammt nochmal, pflegende Angehörige nicht einfach anerkennen als Menschen, die mit der Pflege einen wichtigen, nützlichen und der Gesellschaft dadurch dienenden Job machen und sie in Ruhe ihre Angehörigen pflegen lassen, ohne vom JC auch noch schikaniert und als arbeitsfaul hingestellt zu werden. Wenn ich faul wäre, würde ich ganz bestimmt keinen alten Menschen pflegen. Dann wäre ich nämlich zu faul dazu.

    • Onkel Eno Onkel Eno
      21. Juli 2015    

      Dem ist nichts hinzuzufügen.
      Besser kann man’s nicht ausdrücken.
      Vielleicht sollte man Ihren „Pflegestufen-Vergeber“ dazu verpflichten, mal eine Woche lang Ihren Job zu machen !?
      Was schreib ich …eine Woche ?? Ich denke, 1 Tag ! würde vollends genügen …

      Und Sie Frau Bohnes … ?
      … tun sich etwas schwer damit, nun mal wirklich wichtige Berichtigungen einfach nur d a n k e n d entgegenzunehmen ???
      Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob da „6 Stunden“, oder „bis zu 6 Stunden“ steht !
      „Bis zu“ fängt nämlich bei „0“ (in Wortern: null) an …
      Ihre Abhandlung war also richtigerweise als schlichtweg falsch einzustufen gewesen.
      Und wenn ich mir Ihre anderen „Antworten“ zu speziellen User-Fragen so anschaue, welche überwiegend „http://www.tacheles-sozialhilfe.de/“ lauten, bin ich nun gleich überhaupt nicht mehr überzeugt von I h r e m „Sich gut auskennen“ …
      Im Interesse aller Ratsuchender, führen Sie die Leute doch bitte nicht zu einem evtl. Falschauftritt beim „Amt“.
      Überlassen Sie einfach den „Support“ den „Wirklich-Auskennern“ .
      Vielen Dank

      • Gerd Gerd
        21. Juli 2015    

        Hallo Onkel Eno,
        wer ist Ihnen denn auf den Schw…. Schlips getreten?
        Frau Bohnes hat sich für die Korrektur bedankt, lediglich den persönlichen Angriff von CJB hat sie sich mit Recht verbeten.
        Außerdem verweist sie auch auf die, die mehr Ahnung haben. Ihr Beitrag geht am Thema vorbei und Sie machen den Eindruck als hätten Sie Langeweile.
        Ich hoffe, Frau Bohnes löscht dieses unqualifizierte Geschreibsel von Ihnen!
        Gruß Gerd T.

        • 21. Juli 2015    

          Hallo Gerd,
          danke für Ihre „Schützenhilfe“.
          Ich werde den Beitrag von Onkel Eno aber nicht löschen.
          Das Netz ist voll mit Menschen, die im Schutze der Online-Anonymität meinen, die Klappe besonders weit aufreißen zu müssen bzw. zu können. – Allerdings vergessen die meisten, dass diese Anonymität gewaltig trügt. 😉
          Freundliche Grüße
          Heike Bohnes

      • 21. Juli 2015    

        Hallo Herr Onkel Eno,
        was ist Ihr Problem? Der Artikel wurde aufgrund des Hinweises von CJB entsprechend korrigiert. Verbeten habe ich mir von CJB nicht konstruktive Kritik, sondern die persönlichen Angriffe, die seine Beiträge beinhalten.

        Ich bin Spezialistin für Pflegerecht – habe hier auch nach Sachkundeprüfung eine Zulassung des OLG Düsseldorf. Ich kenne meine Grenzen und verweise daher bei konkreten Fragen im Bereich ALG / ALG II auf eine kompetente Plattform, auf der auch individuelle Fragestellungen beantwortet werden. Insofern tue ich genau das, was Sie sich von mir wünschen: ich überlasse „den „Support“ den „Wirklich-Auskennern“.

        Ihr Beitrag ist also obsolet. Dennoch lasse ich ihn hier stehen. Die Besucher und Leser dieses Blogs sollen ihren eigenen Eindruck über Ihren Kommentar gewinnen.

        Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und empfehle Ihnen, einfach woanders zu lesen, wenn es Ihnen hier nicht passt.
        Beste Grüße
        Heike Bohnes

        • Gerlinde Gerlinde
          21. Juli 2015    

          Bravo!

  12. K. H. K. H.
    24. Juli 2015    

    Sehr geehrte Frau Bohnes,
    ich weiß gar nicht, warum Sie sich hier so anfeinden lassen müssen. Sie geben kostenlos wertvolle Informationen für pflegende Angehörige. Das verdient Wertschätzung und nicht so besserwisserische Kommentare.
    Mir haben Sie jedenfalls schon mehrfach weitergeholfen und dafür danke ich Ihnen.
    Viele Grüße aus der Städteregion. 😉

  13. MM MM
    17. Oktober 2015    

    Info zu Harz IV in diesem Zusammenhang:
    Die Eingliederungsvereinbarung muss nicht zwingend unterschrieben werden!!
    Die Jobcentermitarbeiter drängen immer sehr darauf, sie argumentieren so dass die Antragsteller verpflichtet wären dazu
    -was aber nicht stimmt!!!! denn :
    Die Eingliederungsvereinbarung sind die AllgemeinenGeschäftsbedingungen der Firma Jobcenter!
    Mit eurerUnterschrift nehmt ihr deren AGB´s an, geht einen Vertrag ein, und man kann euch bei Nichteinhaltung des „Vertrages“ SANKTIONIEREN..!
    Da es beim JC ein AKTIVES bzw PASSIVES Leistungsrecht gibt, heisst das ihr erhaltet bei getaner Unterschrift unter die Eingliederungsvereinbarung, das „aktive“ Leistungsrecht (mit denen vom JC erwarteten Bemühungen: Bewerbungen zu schreiben, Vorstellungen zu tätigen, den med.Dienst vom Jobcenter aufzusuchen.. etc). Während beim „passiven“ Leistungsrecht die Unterstützung einfach geleistet wird ohne dass man zusätzlich sich deren AGBs aufhalst.
    —> Info ohne Gewähr — macht euch schlau!

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  1. Angehörigen pflegen und arbeitslos sein › Thema Pflege on 15. Januar 2014 at 17:36

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