Beratung bei Pflegebedürftigkeit und Hilfe im Widerspruchsverfahren

Gesetzliche Betreuung: Fluch oder Segen?

Fernseh-TippAm 05.02.2013 hatte die Diskussionsrunde der Sendung „Menschen bei Maischberger“ den Titel „Entmündigt – Wenn Betreuung zum Albtraum wird“.

Wie oft bei solchen Sendungen wurde stark polarisiert. Im Mittelpunkt der Gespräche standen unterschiedliche Fälle gesetzlicher Betreuungen, in denen sich (vornehmlich) Berufsbetreuer gegenüber den Betreuten und deren Familien nicht korrekt oder sogar kriminell verhalten hatten. Ausgehend von eben diesen Sachverhalten, wurde das Thema „gesetzliche Betreuungen“ von den sechs Diskussionsgästen beleuchtet.

Miteinander diskutiert haben neben Frau Maischberger die folgenden Personen:

  • Bettina Michel, die Tochter von Rudi Assauer,
  • Monika Peil, die Ehefrau eines so genannten „Betreuungsopfers“,
  • Hiltrud Boldt-Schiffer, deren Mutter gegen den Willen der Familie von einer Berufsbetreuerin ins Heim eingewiesen wurde,
  • Prof. Dr. Volker Thieler, der Rechtsanwalt vertritt regelmäßig Mandanten im Betreuungsrecht,
  • Klaus Förter-Vondey, der Vorsitzender des Bundesverbands der Berufsbetreuer /-innen e.V.) und
  • Evelyn Angerer, die Tochter eines vermissten Millionärs.

Es ist zu hoffen, dass es auch ein Ansinnen von Frau Maischberger war, über die Themen Vorsorgevollmacht und gesetzliche Betreuung aufzuklären. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass diese Sendung vor allem Angst vor den „ach so bösen Berufsbetreuern“ schürte.
Wichtig ist meiner Meinung der Hinweis des Anwalts in der Sendung, der sagt, dass die meisten schwierigen Betreuungsfälle durch die Familien selbst verursacht werden, weil es oftmals um Geld, genau gesagt, die Angst der Kinder um ihr Erbe, geht.

Ich fand, dass Herr Förter-Vondey als Vertreter der Berufsbetreuer keine gute Wahl war. Er erschien im Verlauf der Diskussion oft gelangweilt. Zudem war er nicht in der Lage, einem Laien Sachverhalte des Betreuungsrechts und der zugehörigen Praxis vernünftig zu erklären. Darüber hinaus schien er bei der Vergütungsfrage zu versuchen, das Abrechnungsverfahren zu bagatellisieren. Das führte dann dazu, dass wahrscheinlich die meisten Zuschauer den Eindruck bekommen mussten, dass Herr Förter-Vondey in diesem Fall nicht die ganze Wahrheit sagte. Denn es ist schon peinlich, wenn eine Betreuungskritikerin, die auch Mitglied der „Bonner Initiative gegen Gewalt im Alter – HSM“ ist, scheinbar besser mit fachlichen Informationen aufwarten kann, als der Vorsitzende des Vereins der Berufsbetreuer.

Was meines Erachtens in der Sendung viel zu kurz gekommen ist, ist die Tatsache, dass die Frage, wer Betreuer wird bzw. als solcher eingesetzt wird, allein vom Betreuungsrichter abhängig ist. Es ist meines Erachtens daher keine Frage der Gesetzgebung, sondern absolut abhängig von der Gewissenhaftigkeit des entsprechenden Richters, ob ein Betreuungsverfahren gut verläuft.

Die Frage, ob Angehörige eingesetzt werden, beantwortet allein das Gesetz. Demnach haben Angehörige, die willens und in der Lage sind, die Betreuung zu übernehmen, gegenüber dem Fremdbetreuer (egal ob ehrenamtlich oder beruflich tätig) Vorrang.

Schade ist, dass Frau Maischberger darauf verzichtet hat, auch ein positives Beispiel für eine gesetzliche Betreuung zu zeigen. Denn es gibt sie, die positiven Betreuungsfälle, in denen Betreute ihre Betreuer nicht missen möchten und froh sind, dass sie sie haben.

Hinweis: Wenn Sie sich die Diskussion ansehen möchten, können Sie dies in der Mediathek der ARD unter dem folgenden Link: www.daserste.de

Wenn Sie Fragen zum Widerspruch, zur Pflegeeinstufung, zur Organisation der häuslichen Pflege, zum Umgang mit Ihrem demenzerkrankten Angehörigen, zu Ihrer Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung oder anderen pflegerelevanten Themen haben, kann ich Ihnen bestimmt helfen. Ich berate Sie professionell und kostengünstig.
Also, sprechen Sie mich bitte an!

2 Kommentare

  1. 26. Februar 2013    

    [Comment imported from blog]

  2. [Comment imported from blog]

No Pings Yet

  1. Fernsehdiskussion zur gesetzlichen Betreuung | Thema Pflege on 26. Februar 2013 at 10:22

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Der schnelle Kontakt

Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie mich unverbindlich an 0241 - 8 87 42 64 oder schreiben Sie mir Ihre Anfrage über das Kontaktformular

Archiv

Statistik

  • 755498Besucher gesamt:
  • 70Besucher heute:
  • 322Besucher gestern:
  • 1Besucher momentan online:

Werbung