Nov 172011
 

Gestern stellte der Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr die Eckpunkte der Pflegereform vor. Er konnte mit seinen Informationen allerdings niemanden überraschen, schließlich erzählte er nichts Neues. Es bleibt somit beim Pflege-Reförmchen ohne Biss und ohne echte Verbesserungen für die Versicherten und ihre Angehörigen. – Zumindest lassen alle eventuell möglichen Verbesserungen, etwa für Demenzerkrankte bis zum Jahr 2013 auf sich warten.

Das Reförmchen in Kürze:

  • Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff wird – da nochmals ein Expertenrat für 10 Monate eingesetzt wird – nicht vor 2013 kommen.
  • Der Beitrag für die Pflegeversicherung wird zum 01.01.2013 erhöht. Die Erhöhung müssen Versicherte und Arbeitgeber zu je 50 % tragen.
  • Es wurde die Absichtserklärung abgegeben, alternative und betreute Wohnformen für Demenzerkrankte zu fördern.
  • Eine private Pflegezusatzversicherung soll zwar nicht Pflicht wereden, aber wer eine solche Versicherung abschließt kann (ab 2013?) mit Steuervergünstigungen rechnen.
  • Das Reformgesetz – dessen Inhalt weitesgehend nebulös erscheint – soll Mitte 2012 in Kraft treten.

Alles in allem können wir also davon ausgehen, dass das Jahr der Pflege 2011 und das Folgejahr 2012 keinerlei positive Neuerungen für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen bringen wird.
Bravo Herr Minister – nix geschafft, aber viele Worthülsen produziert. Das muss man auch können… :ermm:


  5 Responses to “Eckpunkte der Pflegereform bringen keine Überraschung”

  1. Genau auf den Punkt gebracht. Es ist schon unglaublich wie viel Seifenblasen hochbezahlte Leute produzieren können. Wie viele Leute saßen in dem Gremium? Wie lange haben die ‘getagt’? Man rechne sich das mal zusammen. Unfassbar. :sad:

    • Ja, wenn das Geld und das zukünftig ebenfalls verschwendete Geld für “Aufschubberatungen” stattdessen für die Pflege freigesetzt würde, das wäre sicher schon mal ein Anfang. :whistle:

  2. Vielen Dank für diese Zusammenfassung.
    Lange Zeit habe ich mich über die zähe Masse der Politikerausgüsse aufgeregt… Mittlerweile finde ich es nur noch schade, dass man es nicht beschleunigt!

  3. Gohde wirft als Vorsitzender des Expertenbeirates das Handtuch: Hier lesen!

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