Sep 03

Das MEDCottage™ wurde von einem Methodisten-Pfarrer erfunden und steht für seine Vision, den immer älter werdende Amerikanern die Möglichkeit zu geben, anstatt in ein Pflegeheim, in den Garten der nahen Angehörigen zu ziehen. Dazu erfand der eine High-Tech-Unterkunft, die wie ein Gartenhaus anmutet.

Pflegeappartement im High-Tech-Format
Das MEDCottage™ beherbergt auif 4 x 8 Metern eine Single-Küche, ein Bad mit ebenerdiger Dusche und Toilette und einen Wohn-Schlafraum. Der gesamte Wohnbereich ist barrierefrei. Auch wenn das Gartenhaus für nur eine Person geplant ist, kann eine nahestehende Pflegeperson dort notwendigenfalls auch übernachten.

Die Grundausstattung kann mit einigen technischen Finessen, ergänzt werden:

  • einen Fernseher, der gleichzeitig für telemedizinische Anwendungen genutzt wird. Das heißt, neben dem Fernsehprogramm können über den der Fernseher bei Bedarf auch Gesundheitsdaten des Bewohners, wie z. B. Puls, Blutdruck usw. an den behandelnden Arzt oder die Pflegeperson gesendet werden.
  • eine Tablettenbox, die an die Einnahme der Medikamente erinnert.
  • eine Videokamera, die nur den Boden, z. B. für den Fall, dass es zu einem Sturz kommt, überwacht. Das sichert dem Bewohner ein hohes Maß an Privatheit, ohne dass die Pflegeperson einen Notfall verpasst.
  • ein Liftersystem an der Decke, das vom Bettbereich ins Bad geht.
  • eine Spezialbeleuchtung zur Sturzprävention
  • und für den Fall eines erhöhten Infektionsrisikos wegen einer Immunschwäche, z. B. bei Krebserkrankungen, wird eine spezielle Klimaanlage angeboten.

Das Häuschen soll man auch mieten können
Die Kosten für die kleine Hütte liegen bei ca. 50 – 60.000 €. Alternativ zum Kauf wird auch ein Mietmodell angeboten, das mit 1.100 € pro Monat zu Buche schlägt. Damit wäre das Cottage nur auf den ersten Blick billiger als ein Pflegeheim. Denn hinzu kommen noch die Neben- und Personalkosten.

Abgesehen vom Finanziellen könnte die Idee vom Pflegeappartement im Garten für Familien, die ihre Angehörigen gerne pflegen würden, aber nicht den notwendigen Platz haben, eine Alternative sein.

Die Häuschen werden bereits produziert und die ersten sollen ab 2011 ausgeliefert werden. Ein Problem für die Übernahme der Idee in Deutschland gibt es allerdings: in deutschen Gärten darf nicht einfach so ein Häuschen zu Wohnzwecken – egal wie klein – aufgebaut werden…

Hinweis: Nähere Informationen (leider nur auf Englisch) und vor allem Bilder vom MEDCottage™ finden Sie auf www.medcottage.com. Und weil Bilder mehr als 1000 Worte sagen: ein Blick ins Innere des MEDCottage™.

4 Kommentare zu “Und die Harten kommen in den Garten…”

  1. D. Saster sagt:

    Austragshäusl v.2.0?
    Schade, dass im Paradies der Bürokraten und Reglementierer eine gute Idee wieder mal keine Chance hat. Vielleicht könnte man alternativ noch Räder dranschrauben und das Ganze dann auf einem Campingplatz abstellen?

    • Heike Bohnes sagt:

      Auf einem Dauercampingplatz dürfte das auch ohne Räder kein Problem sein. Und der Pflegedienst kommt auch auf den Campingplatz. :wink:
      Allerdings würde das ja den eigentlichen Sinn der Idee verfehlen. Wenn unsere Regierung allerdings checkt, wie viel Geld sich dadurch im Sozialsystem sparen lässt (Angehörigenpflege = billige Pflege für die Allgemeinheit), machen die bestimmt eine Ausnahmeregelung.

  2. D. Saster sagt:

    Sie sind eine unverbesserliche Optimistin, Frau Bohnes :biggrin:
    Unsere Regierung und irgendwas checken? :lol:

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