Gestern hörte ich die Geschichte eines Mannes, der mit knapp 60 arbeitslos wurde. Nachdem sein Arbeitslosengeld ausgelaufen war, beantragte er Hartz IV. Was er allerdings dann erlebte, schlägt dem Fass den Boden aus.
In Zeiten, in denen schon Mittvierziger Probleme haben, eine Arbeitsstelle zu finden, darf es einen ja nicht verwundern, wenn ein 60jähriger beinahe chancenlos ist.
Doch der ARGE-Sachbearbeiter dieses Mannes war irgendwie nicht von dieser Welt. Er unterstellte dem Herrn nicht nur Faulheit und zitierte ihn ständig “auf’s Amt”. Nein, seine “Kundenfreundlichkeit” ging sogar so weit, dass er ihm immer wieder körperlich fordernde Arbeit anbot, die der Kunde mit inzwischen knapp 61 Jahren nachvollziehbar nicht mehr bewältigt bekam.
Rente statt Hartz IV
Unfreundlichkeit und Unterstellungen brachten eben diesen ARGE-Kunden dazu, sehr früh – also mit 61 Jahren – die Altersrente zu beantragen. Mit der Folge, dass er dauerhaft 18 % Abzug von seinen Ansprüchen hinnehmen muss. – Nur um einem Sachbearbeiter zu entkommen, der scheinbar glaubt, dass er die Hartz IV Leistungen für andere vom eigenen Lohn abgehalten bekommt – und sich genau so verhält. ![]()
Nun hat dieser Mann ungefähr 100 € mehr, als mit Hartz IV. Sein Rentenalter hat er sich nach einem arbeitsreichen Leben anders vorgestellt.
So wie diesem Mann geht es vielen Menschen in Deutschland. Wir sollten uns schämen, dass wir es zulassen, dass Menschen, die unverschuldet in Not geraten, gezielt und andauernd schikaniert werden, bis sie kapitulieren (müssen). Dieses Vorgehen ist aber auch eine Möglichkeit, Rentengelder einzusparen.




