Direkt zu Beginn der Sendung nimmt Beckmann Rösler “in die Pflicht”. Er konfrontiert den Gesundheitsminister mit dem Unmut der Bürger wegen des Zusatzbeitrags. Rösler empfiehlt den Wechsel zu einer anderen Kasse. Tolle Idee!
Natürlich fehlt auch nicht der Hinweis, dass das ja alles “Schuld” der schwarz-roten Koalition sei. Die Zusatzbeiträge seien mit ein Grund, das System zu verändern.
Rösler sieht Einsparungspotentiale bei der Kasse, z. B. bei der Frage, wie viel Personal es bei den Kassen pro Versicherten gibt. Interessanterweise nicht bei den Gehältern der Kassenvorstände, die ja durchaus königlich bezahlt werden.
Aber was ist mit dem Kostentreiber Pharmaindustrie, die für eine Kostensteigerung von über 33 % sorgen? Rösler will der Pharmaindustrie Vorgaben machen und neue Wege gehen. Konkret wird er natürlich nicht. Ein Gesetz zur Begrenzung der Kosten würde aus seiner Sicht Innovationen im Wege stehen.
Der Pharma-Experte Prof. Dr. Gerd Glaeske ist der Meinung, dass der Kardinalfehler vor allem darin liegt, dass die Industrie
- ihre Preise selbst festlegt und
- die Pharmaindustrie Generika behindert, indem sie durch die Streuung von negativen Infos die Patienten verunsichern.
Er fordert eine entsprechende Veränderung des SGB V und Transparenz in den Rabattverträgen der Kassen. Gefragt nach der Kopfpauschale lehnt Glaeske diese ab, da sie aus seiner Sicht nicht sinnvoll und nicht sozial ist. Die unteren Einkommen würden unangemessen belastet, die oberen entlastet.
Herr Rösler weicht allen konkreten Fragestellungen Beckmanns aus und ergießt sich in blablabla…
Wir wissen immer noch nicht konkret, wie Rösler seine Kopfpauschale finanzieren will. Auf Beckmanns Frage, ob er als Arzt Kontakt mit Pflege gehabt hat, antwortet Rösler: „Ja, sogar besonders. Ich hab ein lustiges Studium gehabt….“ Hallo?
Meine Erwartungen hat Herr Rösler im Grunde voll erfüllt. Denn ich habe keineswegs damit gerechnet, dass dieser recht gute Rhetoriker endlich mal konkret wird. Leider reicht gute Rhetorik allein für einen guten Gesundheitsminister meines Erachtens nicht aus.
Gut gefallen hat mir Herr Krastel, der aus der 12jährigen Pflegeerfahrung seiner Mutter berichtet und das System kritisiert. Von ihm kam nicht nur das bekannte Gejammer, das wir von Fussek kennen und in das letztlich auch die beiden Altenpflegehelferinnen einstimmten. Er stellte konkrete Forderungen, wenn man auch merkte, dass er noch ein bisschen Übung benötigt, um Diskussionspartnern wie Rösler gewachsen zu sein. – Frau Rethel hat mich wie immer nur genervt…
Sie können sich die Sendung unter dem nachfolgenden Link bis zum 08.02.2010 noch einmal online ansehen: HIER klicken!




