Gestern musste ich in eine Pflegeeinrichtung. Sie liegt am Stadtrand, ist recht groß und hat gerade mal 6 Parkplätze für Besucherinnen… Da sie auch noch nahe der Uni und einer größeren Schule liegt, ist Parken fast unmöglich.
Ich hatte einen Termin und war schon etwas spät, da ich bereits dreimal die Straße hoch und runter gefahren war. Selbst Seitenstraßen waren zugeparkt. – Dann erblickte ich die Rettung: Eine Apotheke mit 6 Parkplätzen vor dem Laden – und alle 6 Parkplätze frei…
Also habe ich mir ein Herz gefasst. Artig parkte ich auf einem der 6 Plätze (ganz am Rand) und ging in die Apotheke. Dort musste ich etwas warten, bis jemand aus den Tiefen des Lagers oder Pausenraumes hervorkam.
Ich erklärte der Pharmazeutin mein Problem und fragte, ob ich denn wohl ausnahmsweise auf dem freien Parkplatz stehen bleiben dürfte.
Ich fand mein Verhalten nett. Ich hätte mich auch einfach dahin stellen können und gehen. Gesehen hatte mich niemand, als ich parkte und das Abschleppen von Privatgrundstücken, wenn man niemanden behindert, kann auch für den Auftraggeber des Abschleppens teuer werden. Der muss nämlich in Vorkasse gehen. Das Risiko in so einem Fall ist also ein “böser” Apothekenbesitzer, dessen Flüche einen bei der Abfahrt verfolgen.
Aber ich wollte ja nett, vernünftig und fair sein…
Die Apotehkerin erklärte mir auf meine Frage, ob ich den Wagen ausnahmsweise dort abstellen dürfte: “Nein, das geht nicht. Das können wir hier gar nicht erst anfangen. Und in einer halben Stunde ist der Parkplatz hier auch voll. Da kommen immer die Kunden.” – Hallo? Die Kundinnen dieser Apotheke kommen alle um 12:30 Uhr? Im reinen Wohngebiet, wo doch eigentlich auf die aus der Schule zurückkehrenden Kinder mit dem Mittagessen gewartet wird?
Nun ja, da ich gefragt hatte, musste ich meinen Wagen dann wieder wegsetzen. Die Dame kam sogar raus, um sicher zu gehen…
Glücklicherweise wurde dann doch noch ein Parkplatz frei, den ich nutzen konnte.
Als ich von meinem Termin zurück kam, fuhr ich wieder an der Apotheke mit 6 leeren Parkplätzen vorbei. Ja, da hätte mein Auto wahrlich gestört. So viel Hilfsbereitschaft kann einen schon umhauen!



Ich werde Dich für den Friedensnobelpreis vorschlagen
Den hat ja letztes Jahr einer bekommen, der wesentlich militanter ist als Du
Hallo Doc,
das ist echt nett. Mir würde aber schon das Bundesverdienstkreuz reichen, denn im Grunde bin ich sehr bescheiden.
Die durch kostenvorleistungsbedingt unabgeschleppt und ladenschlußbedingt ungerüffelt verbliebene Grauanlagenbesetzer geprellte emotionale Zeche ist unter Versagung der Gestattung in einer Summe durch den nächstmöglichen parkiererlaubnisheischenden Automobilisten zu begleichen.
Oder: Monopolisten können freundlich sein, sie müssen es aber nicht.