Das Gesundheitswesen in den USA ist aus unserer Sicht doch sehr speziell. Nur die Menschen, die es sich leisten können, erhalten eine angemessene Gesundheitsversorgung. Viele Amerikaner sind darauf angewiesen, dass es Einrichtungen gibt, die sie ohne Bezahlung behandeln. Bei uns eigentlich (noch) undenkbar.
Ob es für uns aber auch undenkbar ist, was die Amerikaner sich nun wieder ausgedacht haben, ist fraglich. Denn in den USA informieren Krankenhäuser bei einer Operation die wartenden Angehörigen per Twitter-Nachrichten über den Operationsverlauf.
Ein Beispiel: Im St Luke’s Hospital in Cedar Rapis im US-Bundesstaat Iowa operierten Chirurgen eine 70-Jährige. Sie entfernten die Gebärmutter. Eine Mitarbeiterin der Klinik dokumentierte direkt aus dem Operationssaal den Eingriff über Twitter. Sie sendete ca. 300 Kurznachrichten der Art “Lokale Betäubung an der Einstichstelle”, “jetzt wird der erste Stich angesetzt”…. Hunderte Empfänger verfolgten die Operation so am Computer oder Handy.
Kommentar: Bleibt für uns zu hoffen, dass es der Datenschutz verbietet, dass deutsche Krankenhäuser demnächst bei jeder OP einen “Twitter-Beobachter” mit der Kommentierung des Eingriffs beauftragen. Mir will sich auch der Sinn dieser Mitteilungen nicht ganz erschließen. Sicher ist es für Angehörige schwierig, den Ausgang einer OP abzuwarten. Aber hilft es ihnen weiter, wenn Sie während des Wartens in ihrem PC lesen: “Reanimation begonnen – gestaltet sich schwierig.”?




