Ich habe HIER ja bereits berichtet, welche Idee Herr Hoppe als Vertreter (zumindest eines Teils) der deutschen Ärzteschaft anhgeregt hat.
Nun ist dieser Vorschlag in die öffentliche Diskussion gegangen und Herr Hoppe bezieht für seinVorpreschen ordentlich Schelte. Zu Recht, wie ich finde!
In einem Kommentar habe ich gelesen, dass sein Ansinnen “gruppenegoistische Ziele” verfolge. Ja, besser kann man es nicht sagen! Denn kein Wort verliert Herr Hoppe darüber, dass die Ärzte derzeit mehr Geld zur Verteilunf zur Verfügung haben, als je zuvor. Auch, dass die Abrechnungsmisere selbstgemacht – und zwar von den Ärzten – ist, verschweigt er tunlichst. Nach seinem Ansinnen sollen und müssen sich alle einschränken. Mit einer Ausnahme: Die Ärzte selber! Sie wollen – Wirtschaftskrise und Einkommensverluste in allen Bereichen hin oder her – sich auf keinen Fall einschränken.
Geradezu unverschämt empfinde ich es, wenn ich dann an der Tür meines Orthopäden lese, er habe die Praxis geschlossen, um für MICH (!) demonstrieren zu gehen. Hallo? Kann er nicht wenigstens dazu stehen, dass er für sich selbst auf die Straße geht? Das ist doch durchaus okay. Auch wenn ich das Ziel nicht unbedingt nachvollziehen kann. Aber wir haben hier in unserem Land ja demonstrations- und Meinungsfreiheit. Eine Lüge ist auch nicht besser, nur weil man sich damit selbst betrügt.
Meine Hausärztin dagegen ist ganz anders. Ja, natürlich sind manche Dinge schwieriger geworden. Aber lässt sie das an ihren Patienten aus? Nein. Sie schließt auch nicht die Praxis und behauptet, sie tue dies vollkommen uneigennützig.
Manchmal denke ich, man sollte das gesamte Gesundheitssystem verstaatlichen. Alle Ärzte sollten – auch in den ortsnahen Praxen – Angestellte sein, die ihr festes Gehalt bekommen und gut ist. Zur Zeit versuchen doch immer mehr sich einen mehr oder weniger immer gleich großen Kuchen zu teilen. Und keiner will akzeptieren, dass er ein kleineres Stück bekommt, weil es eben mehr gibt, die vom Kuchen essen wollen.
Es ist eine ganz unsaubere Sache, Menschen, die nicht wissen, worum es eigentlich geht, solche Angst zu machen. Früher hatten Ärzte noch so etwas wie einen Berufsethos. Heute wird dieser bei vielen scheinbar durch Gier ersetzt. Pfui!



