Der Freistaat Sachsen will keine Pflegestützpunkte aufbauen. Zumindest lautet so das Diskussionsergebnis zwischen dem Sozialministerium, Leistungserbringern und den Pflegekassen.
Es sei weder notwendig, noch zielführend für den Rechtsanspruch auf Beratung von Pflegebedürftigen und Angehörigen eine neue, kostenintensive und bürokratische Struktur aufzubauen. Die dafür notwendigen Mittel seien in der Pflege und Betreuung besser aufgehoben.
Sachsen will nun die vorhandenen Beratungsangebote durch Pflegedienste oder durch Berater der Pflegekassen ausgebaut und besser miteinander vernetzt werden.
Kommentar: Inwieweit der Anspruch der Versicherten auf unabhängige Beratung damit erfüllt werden kann, ist aus meiner Sicht fraglich. Verfolgen doch sowohl Pflegedienste, als auch Pflegekassen jeweils eigene Interessen.




Das sich letztendlich nun in Sachsen alle am Pflegeberatungsprozess Beteiligte und Verantwortliche geeinigt haben, keine Pflegestützpunkte zu integrieren ist bezeichnend. Allen muss nach dieser Entscheidung klar sein, dass die in der “Pflege und Betreuung besser aufgehobenen Mittel” kaum sichtbar ankommen werden. Wichtig und in der Zukunft interessant ist aber eine ausführliche Pflegeberatung, da kaum jemand den “Dschungel” der Sozialgesetze ohne Hilfestellung durchschreiten kann.
Die Entscheidung ist ein Kniefall vor der größten sächischen Pflegekasse, welche Pflegeberater aufgrund “mangelnder Aufgaben” in Widerspruchsverfahren als “Fachleute” vor Ort schickt. (Ich spreche hier aus persönlichen Erfahrungen). Bei den Leistungserbringern haben sich besonders der bpa mit seiner Aktion “jeder Pflegedienst ist ein Pflegestützpunkt” hervorgetan. Über Qualitäten möchte ich nicht weiter philosophieren. Nur soviel – ein Schild an der Tür oder Aufkleber am Firmen PKW allein reicht nicht.
Pflegeberatung ist Verantwortung und hier ist jetzt leider nicht die gewünschte Unabhängigkeit gewährleistet. Da sich die Pflegeversicherung jedoch weiterentwickeln muss bin ich guter Hoffnung, dass sich die Betroffenen und deren Angehörige auch weiterhin nicht den Entscheidungen willenlos fügen.
Hallo Thomas,
es ist der Gesetzgeber, der Sachsen (und allen anderen Bundesländern) diesen Weg offen gelassen hat. Da könnte man doch fast vermuten, dass die Pflegekassen richtig gut funktionierende Lobbyisten haben. ;-)
[...] von Heike am 16. Juni 2009 Ich habe ja schon HIER berichtet, dass Sachsen keine Pflegestützpunkte einrichten, sondern vorhandene Beratungsangebote [...]