Dez 06
Im Umgang mit Demenzkranken gibt es keine Patentrezepte. Einige Grundsätze lassen sich aber für jeden Betroffenen festlegen:
- Die Körperpflege des Kranken ist nicht an eine bestimmte Zeit gebunden. Handeln Sie nach den Vorlieben des Betroffenen.
- Nutzen Sie die vorhandenen Fähigkeiten und fördern Sie diese, so lange wie möglich. Denn das Maß an Selbstständigkeit Ihres Angehörigen hat wesentliche Auswirkungen auf dessen Lebensqualität.
- Achten Sie auf eine ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr. Demenzkranke können besser mit vielen kleinen Mahlzeiten, Essen im Gehen und mit den Händen statt Besteck, umgehen, als mit dem „üblichen“ Mahlzeitenritualen, wie wir sie kennen.
- Lassen Sie Ihrem Angehörigen seine eigenen „Rituale“, auch wenn diese sehr zeitraubend sind und unpraktisch wirken.
- Sorgen Sie für feste Abläufe, klare Strukturen und zeitgleiche Tagesabläufe das gibt Ihrem Angehörigen Sicherheit.
- Sprechen Sie in kurzen, klaren Sätzen, flüstern Sie nicht.
- Achten Sie unbedingt auf gleiche Augenhöhe.
- Stellen Sie möglichst keine „offenen“ Fragen und wiederholen Sie Erklärungen mehrmals.
- Wenden Sie „nonverbale“ Kommunikation (Mimik, Gestik) an, wenn Sie spüren, dass Ihr Angehöriger nicht mehr verbal erreichbar ist.
- Strahlen Sie Ruhe und Geduld aus und vermeiden Sie es, Stress zu verursachen.
- Vermeiden Sie im Badezimmer Gegenstände, die mit einer Toilette verwechselt werden könnten, z.B. Eimer und Körbe.
- Wenn möglich, berücksichtigen Sie die persönlichen Gewohnheiten bei allen Aktivitäten.
- Versuchen Sie immer, geduldig und kreativ zu sein. Vorgehensweisen, die gestern noch erfolgreich waren, funktionieren heute vielleicht schon nicht mehr – seien Sie also nachsichtig und flexibel.
- Nehmen Sie ablehnendes Verhalten und auch Wutausbrüche nicht persönlich, sie drücken nur die unbeschreibliche Unsicherheit Ihres Angehörigen aus und sind zumeist nur kurzfristig.
- Üben Sie niemals Druck auf den Demenzkranken aus!
Den 1. Teil der Tipps finden Sie HIER.




